Suchtberatung in Mecklenburg-Vorpommern: Fast 10.000 Menschen suchten 2025 Unterstützung

Knapp 10.000 Menschen haben 2025 in Mecklenburg-Vorpommern wegen eigener Suchtprobleme oder als Angehörige Unterstützung in einer Suchtberatungsstelle gesucht. Das geht aus dem Landessuchtbericht 2025 hervor, den Gesundheitsministerin Stefanie Drese und die Geschäftsführerin der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen (LAKOST), Birgit Grämke, in Schwerin vorgestellt haben.

Alkohol bleibt das größte Suchtproblem im Land. Erstmals seit 2019 stiegen die Fallzahlen in diesem Bereich wieder an. Neben Alkohol stieg der Beratungsbedarf unter anderem bei Stimulanzien, Kokain, Mehrfachkonsum, exzessiver Mediennutzung und Glücksspiel. Die Zahlen unterstreichen die Bedeutung niedrigschwelliger Beratung, frühzeitiger Prävention und verlässlicher Unterstützung.

Sucht betrifft auch Familien und Kinder
Laut Landessuchtbericht waren 2025 insgesamt 3.767 Minderjährige von der Suchterkrankung eines Elternteils betroffen. 2.333 von ihnen lebten mit dem erkrankten Elternteil in einem Haushalt. Die tatsächliche Zahl dürfte höher liegen, da nicht alle betroffenen Familien Hilfe suchen.

Die Zahlen zeigen, wie wichtig es ist, Betroffene und Angehörige gleichermaßen zu unterstützen, Kinder und Jugendliche zu schützen und Hilfe ohne Vorurteile zugänglich zu machen.

Paritätische Mitgliedsorganisationen stärken die Suchthilfe
Auch Mitgliedsorganisationen des Paritätischen Mecklenburg-Vorpommern engagieren sich landesweit in der Suchthilfe. Sie unterstützen Menschen sowohl durch präventive Angebote als auch in akuten Belastungs- und Krisensituationen. Mit Beratung, Begleitung und weiteren Hilfen tragen sie dazu bei, problematischen Konsum frühzeitig zu erkennen, Angehörige zu entlasten und Wege aus der Abhängigkeit aufzuzeigen. Ein niedrigschwelliger Zugang und die Vernetzung unterschiedlicher Unterstützungsangebote sind dabei entscheidend.

Digitale Beratung erweitert den Zugang zu Hilfe
Seit Juni 2026 ergänzt DigiSucht die Beratungslandschaft in Mecklenburg-Vorpommern: Das Angebot ermöglicht Beratung per Video, Chat oder E-Mail und richtet sich insbesondere an Menschen, für die lange Wege, Zeitmangel oder persönliche Hemmschwellen den Zugang erschweren. Derzeit beteiligen sich 14 Suchtberatungsstellen. Die digitale Beratung ergänzt bestehende Angebote und erleichtert den ersten Schritt zur Unterstützung. Sie ersetzt nicht den persönlichen Kontakt. 

Frühe Prävention bleibt zentral
Die vom Land finanzierte Studie KiJuSucht 2025 der Universität Greifswald verdeutlicht den Präventionsbedarf: Bei 40,1 Prozent der befragten Minderjährigen zeigte sich ein riskantes Alkohol-Konsummuster, bei 24,6 Prozent Hinweise auf eine auffällige beziehungsweise abhängige Smartphone-Nutzung. Der erste Kontakt mit Energy-Drinks oder Koffein erfolgte durchschnittlich bereits mit 10,2 Jahren.

Umso wichtiger sind frühzeitige Aufklärung, die Einbindung von Eltern und Schulen sowie Angebote, die junge Menschen stärken und problematischen Konsum verhindern helfen.

Der Landessuchtbericht zeigt einmal mehr: Wirksame Suchthilfe braucht das Zusammenspiel von Prävention, Beratung und konkreter Unterstützung in Krisensituationen. Dazu leisten die Unterstützungsangebote unter dem Dach der Wohlfahrtsverbände einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag.