Mehr als 2,5 Millionen Euro Spenden für Suchthilfe in Norddeutschland

2.575.007,12 Euro: Das ist das beeindruckende Spendenergebnis der NDR Benefizaktion “Hand in Hand für Norddeutschland - Leben ohne Sucht” für die Suchthilfe des Paritätischen Wohlfahrtsverbands. NDR-Intendant Hendrik Lünenborg übergab am Dienstag in Hamburg einen symbolischen Scheck an den Paritätischen. Das Geld kommt zu 100 Prozent den Suchthilfe-Projekten der Mitgliedsorganisationen in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern zugute. 

„Über 2,5 Millionen Euro für Menschen in schwierigen Lebenssituationen – das ist ein überwältigendes Zeichen der Solidarität", sagte Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. „Diese Spenden stärken die Arbeit unserer Mitgliedsorganisationen in Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern, die täglich für Menschen mit Suchterkrankungen da sind. Sie sind die wahren Heldinnen und Helden in diesem Engagementfeld: mit ihrem Fachwissen, ihrer Ausdauer und ihrem starken Einsatz ermöglichen sie Unterstützung dort, wo sie am dringendsten gebraucht wird." 

"Sucht betrifft die gesamte Gesellschaft", sagte NDR Intendant Hendrik Lünenborg. "Sie ist Thema in Familien, am Arbeitsplatz, im Freundeskreis. Auch in Kitas und Schulen. Denn jedes sechste Kind in Deutschland wächst in einer Familie auf, in der Vater oder Mutter suchtkrank sind. Mit unserer Aktion haben wir dieses wichtige Thema deshalb bewusst für einige Wochen in den Fokus unserer Programme gerückt. Und zugleich Spenden für Hunderte Hilfsprojekte im Norden gesammelt. Dass sich so viele Menschen beteiligt haben, zeigt: Unsere Gesellschaft schaut hin - und sie hält zusammen."

Die Spenden fließen in Projekte der Paritätischen Mitgliedsorganisationen, die das gesamte Spektrum der Suchthilfe abdecken: von Präventionsarbeit in Schulen über Sucht-Beratungsstellen und Substitutionsambulanzen bis zu therapeutischen Wohngemeinschaften und Nachsorgeangeboten. Die Projekte erreichen alle Altersgruppen und arbeiten sowohl mit stoffgebundenen Süchten wie Alkohol, Drogen und Medikamenten als auch mit Verhaltenssüchten wie Medien-, Glücksspiel- oder Kaufsucht. Besonders im Fokus stehen dabei auch die rund drei Millionen Kinder in Deutschland, die mit mindestens einem suchtbelasteten Elternteil aufwachsen. Für sie bieten paritätische Organisationen spezielle Unterstützungsangebote, ebenso wie für Angehörige und Menschen, die bisher keinen Zugang zum Hilfesystem gefunden haben. 

„Ebenso wichtig wie das Geld ist die öffentliche Aufmerksamkeit, die das Thema durch diese Aktion bekommen hat", betonte Rock. „Sucht darf kein Tabu sein." Suchterkrankungen gehören neben Angststörungen und Depressionen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in Deutschland, sind aber noch immer stark stigmatisiert. Das hält viele Betroffene davon ab, Hilfe zu suchen. 

Im Rahmen der NDR Benefizaktion hatten vom 1. bis zum 12. Dezember 2025 alle NDR Radioprogramme, das NDR Fernsehen, NDR.de und die verschiedenen Social-Media-Kanäle des NDR sowie Radio Bremen über Projekte des Paritätischen Wohlfahrtsverbands informiert und zum Spenden aufgerufen. Das Spendenkonto war bis Ende Januar geöffnet. Höhepunkt war der NDR Spendentag am Freitag, 12. Dezember mit prominenter Unterstützung an den Spendentelefonen..

„Unser Dank gilt dem NDR für die hervorragende Zusammenarbeit und allen Spenderinnen und Spendern für ihre großartige Unterstützung unserer Arbeit in ganz Norddeutschland", würdigte Rock das Engagement. 

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Der Paritätische Gesamtverband ist mit mehr als 10.700 Mitgliedsorganisationen und 15 Landesverbänden der bundesweit vielfältigste Wohlfahrtsverband. In den fünf norddeutschen Bundesländern verfügt der Paritätische über rund 2.000 Mitgliedsorganisationen mit umfassender Expertise in der Suchthilfe. 

Weitere Informationen zur NDR Benefizaktion „Hand in Hand für Norddeutschland“ online unter www.NDR.de/handinhand.

Sucht zieht sich durch die gesamte Gesellschaft. Und sie kann jeden treffen, persönlich oder im Umfeld. Obwohl Suchterkrankungen weit verbreitet sind, sind sie gesellschaftlich ein Tabuthema. Der NDR hat mit seiner Berichterstattung im Rahmen der Benefizaktion einen großen Beitrag zur Entstigmatisierung geleistet und den vielfältigen Formen von Sucht ein Gesicht gegeben.  

Viele unserer Mitgliedsorganisationen in Mecklenburg-Vorpommern sind im Bereich der Suchthilfe tätig und zwar auf sehr vielfältige Weise: Von der Prävention über Beratung bis hin zu Therapie und zwar mit Kindern, Erwachsenen, Eltern und betroffenen Angehörigen. 

Hier finden Sie eine Auswahl an Projekten unserer Mitglieder, über die der NDR im Aktionszeitraum 1. bis 12. Dezember 2025 berichtet hat.

Zu den Projekten in der Berichterstattung gehören zum Beispiel:

Alkohol in der Schwangerschaft - Noahs Leben mit FASD
Der dreijährige Noah kam mit mehreren Promille Alkohol im Blut zur Welt. Er ist körperlich und geistig geschädigt, sein junges Leben stark beeinträchtigt. Zusammen mit seinen Pflegeeltern hilft ihm der Mirower Verein "Querleben". Die Geschichte von Noah und wie er und der Verein unterstützt werden können, hören Sie im NDR Bericht hier .

Anklamer Verein hilft Suchterkrankten
Seit 33 Jahren hilft der Verein Volkssolidarität Nordost suchterkrankten Menschen - für viele die einzige Anlaufstelle in der Region. Den Bericht finden Sie hier.

Abstinenzvereins "Trockendock" hilft - mit Erfahrungswissen.
Alkohol ist in Mecklenburg-Vorpommern nach wie vor die Droge Nummer eins, Tendenz wieder steigend. Das belegt auch der aktuelle Suchtbericht 2025. In Rostock treffen sich die Mitglieder des Abstinenzvereins "Trockendock" und helfen aus eigener Erfahrung heraus - mit Erfolg. Wie sehr es hilft, gemeinsam gegen den “falschen Freund”, die Alkoholsucht, anzugehen, hat Torsten R. dem NDR erzählt. Den Bericht finden Sie hier

Essstörung Bulimie: Eine junge Frau erzählt vom Kampf mit ihrem Körper
In Mecklenburg-Vorpommern leben Schätzungen zufolge mehrere Zehntausend Menschen mit Essstörungen. Viele von ihnen sind sehr jung. Eine von ihnen ist Klara. Dem NDR gegenüber erzählt sie ganz ehrlich, wie es dazu gekommen ist. Und wie schwierig es ist, diese zu überwinden. Klaras Geschichte finden Sie hier.    

Zurück zu Freude und Lebensqualität in Tagesgruppe Kiek-in:
In Ribnitz-Damgarten geht es um mehr als nur Therapie. Mit Gruppenaktivitäten und gemeinsamen Reisen geben sie Lebensqualität. Michaela erzählt hier, wie sie durch die Unterstützung vom Alkohl und ihrer Spielsucht weggekommen und wieder richtig glücklich geworden ist. 

Ein "Käffchen" beim ASB in Neubrandenburg als Türöffner
Das spendenfinanzierte Projekt "Käffchen" in Neubrandenburg will Menschen helfen, die oft alles verloren haben, um zurückzukehren in ein "Leben ohne Sucht". Carsten hat ihr Unterstützung gefunden. Seine Geschichte sehen und hören Sie hier. 

Zocken statt Schule: Aufklärung über Mediensucht bei Grundschülern
Viele Kinder benutzen in ihrem Alltag verschiedene Medien. Der Verein "Chamäleon" aus Stralsund hilft ihnen dabei, einen gesunden Umgang damit zu finden. Gefordert sind aber vor allem die Eltern. Wie der Verein "Chamäleon" unterstützt, lesen Sie hier. 

Suchtprävention für Menschen mit Behinderung stärken
Sucht ist auch für Menschen mit Behinderungen ein wichtiges Thema. Besonders Menschen mit Lernbehinderungen oder leichten geistigen Einschränkungen sind gefährdet. Für sie wollen die Lewitz Werkstätten in Zukunft Workshops in einfacher Sprache anbieten. Die genau Idee können Sie hier lesen.

Viele weitere Berichte und Informationen findet Sie auf der Internetseite des NDR Hand in Hand für Norddeutschland. 

Antrag auf Spendenmittel 

Aus den Einnahmen der Benefizaktion können unterschiedliche bereits bestehende oder neue Angebote, Aktionen und Projekte rund um die Suchthilfe und -prävention in Norddeutschland gefördert werden. Ziel ist, gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, über Risiken aufzuklären, Informationen zu Präventions- und Hilfeangeboten zu vermitteln und sich gegen jede Form von Diskriminierung einzusetzen. Im Fokus stehen Projekte und Aktionen zur Verbesserung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und Erhöhung der Lebensqualität von betroffenen Menschen und deren Angehörigen sowie die Stärkung der Selbsthilfe und des Ehrenamts. Wichtig ist, dass die Träger bereits gut im Kontakt mit der Zielgruppe stehen oder verlässliche Zugänge zur Zielgruppe haben.

Die fristgerecht zum 31. Januar 2026 eingegangene Anträge werden im März durch Vertreterinnen und Vertreter der Verbände und des NDR geprüft. 
Eine Auszahlung der Mittel ist ab dem 15. April 2026 möglich.

Hier finden Sie die entsprechenden Förderkriterien, die Ausfüllhinweise für den Antrag (und den späteren Verwendungsnachweis) sowie die Datei für eine Kalkulation der Ausgaben und Einnahmen.  

Für Fragen wenden Sie sich gern an unser Referat Förderangelegenheiten. Ansprechpartnerin ist Antje Hüneburg. Sie erreichen sie per E-Mail unter antje.hueneburg@paritaet-mv.de oder telefonisch unter 0385 5922123