Migrationsberatungstellen und Fachdienste unterstützen Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrung täglich bei der Bewältigung zahlreicher Herausforderungen und leisten damit einen enormen Beitrag dafür, dass Ankunft und Teilhabe in Deutschland gelingen können. Sie tragen durch Ihre Arbeit damit auch maßgeblich zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei.
Aktuelle politische Entscheidungen und Diskurse gefährden die engagierte und erfolgreiche Arbeit dieser Dienste. Wir wollen deutlich machen, dass Einsparungen oder gar komplette Streichungen unserer Angebote nicht nur soziale Teilhabe, kommunale Infrastruktur und den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden, sondern – wie mit dem drohenden Ende der Asylverfahrensberatung (AVB) - auch eine Gefahr für den Rechtsstaat darstellen.
Ziel der Aktionswoche vom 28. September bis 2. Oktober 2026
Ziel der Aktionswoche ist es, über die Leistungen der bundesgeförderten Migrationsangebote zu informieren, ihre gesellschaftspolitische Relevanz und ihren Beitrag in örtlichen Integrationsstrukturen aufzuzeigen, sowie auf die Notwendigkeit ihrer Fortführung und einer finanziell bedarfsgerechten Ausstattung hinzuweisen.
Zielgruppen sind insbesondere Bundestagsabgeordnete der jeweiligen Wahlkreise sowie Entscheidungsträger*innen der föderalen Ebene.
Vorgeschlagene Aktivitäten für Träger:
- Um die Arbeit Ihrer Migrationsfachdienste / Beratungsangebote sichtbarer zu machen, können Sie z.B. Tage der offenen Tür durchführen, zu Gesprächen, Veranstaltungen oder Podiumsdiskussionen einladen. Wählen Sie die für Ihre Bedürfnisse am besten geeigneten Aktionsformen. Kooperationen, ggf. auch auf Landesebene und mit anderen Verbänden, sind zielführend.
- In Gesprächen mit politischen Mandats- und Entscheidungsträger*innen sollten die Bedarfe, Ziele, Erfolge, Potenziale sowie die immer wieder neuen Herausforderungen der Migrations- und Flüchtlingssozialarbeit dargestellt und erläutert werden. Dabei soll die gesellschaftspolitische Notwendigkeit sowie die Wirksamkeit der Migrations- und Flüchtlingssozialarbeit aufgezeigt werden. Zur Veranschaulichung gut geeignet sind anonymisierte Fallbeispiele. Noch besser ist, ratsuchende Personen einzubeziehen, wenn sie von ihren täglichen Herausforderungen und der Unterstützung, die sie durch Migrationsfachdienste bekommen haben, berichten möchten.
- Öffentlichkeitsarbeitsmaterialien wie zum Beispiel Socialmedia-Beiträge, welche die Arbeit vor Ort (Kooperationen, Vernetzung, Beratungsmethoden, Beratungsthemen etc.) vorstellen, können mit weiteren Kooperationspartner*innen erstellt und geteilt werden. Damit kann ein größerer Empfänger*innenkreis erreicht werden.
- Wichtig für Abgeordnete sind Aktivitäten, die auch ihren Bekanntheitsgrad steigern. Daher sind Artikel und Fotos in der Lokalpresse sowie Socialmedia-Beiträge ein Win-Win und sollten die Aktionswoche vor Ort flankieren. Hintergrundgespräche mit den Lokalredaktionen sind ebenfalls hilfreich.
Aus bisherigen Erfahrungen der BAGFW ist bekannt, dass politische Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit vor Ort besonders wirksam ist. Daher ist es im gemeinsamen Interesse aller Träger und Verbände, wenn sich an der Aktionswoche zu beteiligen. Da wichtige Vorentscheidungen bereits im Zuge der Haushaltsplanaufstellung im ersten Halbjahr fallen, ist es wichtig, auch im Vorfeld der parlamentarischen Beratungen schon jetzt in den Wahlkreisen das Gespräch mit Abgeordneten zu suchen.
Bitte setzen Sie den Paritätischen so früh wie möglich über Ihre Planungen in Kenntnis.
Für die Weitergabe an politische Entscheidungsträger*innen, Presse o.a. sind anliegende Factsheets zur Migrationsberatung für Erwachsene, zur Asylverfahrensberatung und Psychosoziale Beratungszentren sowie ein Musteranschreiben an Abgeordnete erarbeitet.