Wohnen im Alter: Der Paritätische initiiert ersten Runden Tisch in Demmin und lädt kommunale Akteure zur Vernetzung ein

Selbstbestimmt alt werden in der eigenen Wohnung ist der Wunsch eines jeden Menschen. Nach einem Krankenhausaufenthalt ist die Rückkehr in die eigene Häuslichkeit aus unterschiedlichen Gründen oftmals nicht möglich. Betroffene müssen dann häufig aus ihrem sozialen Umfeld heraus in Pflegeeinrichtungen.

Mit der Gründung eines ersten Runden Tisches hat der Paritätische Mecklenburg-Vorpommern e.V. heute in Demmin den Auftakt gegeben für eine landesweite Vernetzung zum Thema „Wohnen im Alter im ländlichen Raum“: Verschiedene Akteure, die Verantwortung tragen für ältere Menschen in der Stadt, sollen an Runden Tischen vernetzt werden und zu einer besseren Versorgung dieser in den eigenen vier Wänden beitragen. „Wenn Menschen nach einem Krankenhausaufenthalt nicht in ihre Wohnung zurück können, ist das eine traurige und hilflose Situation für sie, in der sie Unterstützung aus ihrer Gemeinde benötigen, um für sie die beste Lösung zu finden“, sagt Friedrich Wilhelm Bluschke, Vorsitzender des Paritätischen Mecklenburg-Vorpommern und Initiator des Runden Tisches.

Partner des Runden Tisches in Demmin sind der Bürgermeister, das Kreiskrankenhaus Demmin, die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Demmin (Wobau), der Pflegestützpunkt sowie der Paritätische. „Mehr als 80 Demminer*innen mussten in diesem Jahr bereits ihre Wohnung, ihre Stadt und damit ihre gewohnte Umgebung und ihr soziales Umfeld verlassen“, sagt der Bürgermeister Demmins, Michael Koch. 2018 waren es 70 Bürger*innen. „Es ist für unsere Stadt immens wichtig, dass Menschen, egal ob jung oder alt, entsprechend ihrer Lebenssituation Wohnraum finden oder behalten. Ziel sei es, für diese Menschen adäquaten Wohnraum mit den notwendigen Angeboten zur Pflege oder  Pflegeunterstützung zu bieten, damit sie in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können. 

„Wir wollen Kooperationen schaffen und auch die kommunale Wohnungswirtschaft ins Krankenhaus-Entlassmanagement einbeziehen“, plant der Vorsitzende des Paritätischen. „Älter werden betrifft uns alle“, sagt Roman Gau, Geschäftsführer der Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Demmin. „Der Anspruch, in seinen vier Wänden würdevoll alt zu werden, ist ein Grundbedürfnis. Daher sind wir als Immobilienunternehmen mit in der Verpflichtung unseren Teil dazu beizutragen“, so der Wobau- Geschäftsführer.

Die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Akteuren des Runden Tisches unter Einbeziehung der Ergebnisse der Enquete-Kommission ‚Wohnen im Alter‘ soll Handlungsbedarfe erkennen, Lösungswege aufzeigen und deren Umsetzung fördern.

Ziel des Paritätischen ist es, Runde Tische in verschiedenen Regionen zu bilden, miteinander zu vernetzen, Standards zu entwickeln und im Frühjahr in einem Forum auf Landesebene zusammenzuführen. Die nächsten Runden Tische werden in Pasewalk und Ueckermünde gegründet.

Der PARITÄTISCHE Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Im PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverband, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. sind mehr als 200 gemeinnützige Organisationen und Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen. Sie sind in der Kinder,- Jugend- Familien- und Altenhilfe, in der sozialen und psychosozialen Versorgung, in der Behindertenhilfe, der Migrantenhilfe, der Aids-Hilfe, der Drogen- und Suchthilfe, Betreuung und Beratung von Langzeitarbeitslosen, in der Gesundheitsförderung sowie Selbsthilfe und Frei-willigendienste tätig. In den Einrichtungen und Diensten arbeiten ca.17.000 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, diese werden von etwa 4.000 Ehrenamtlichen aktiv unterstützt.

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