Unter dem Dach des Paritätischen Mecklenburg-Vorpommern beginnen am Montag knapp 80 Freiwillige ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder einen Bundesfreiwilligendienst (BFD). „Wir begrüßen alle Freiwilligen herzlich und freuen uns sehr, dass sie sich für unsere Gesellschaft engagieren. Ob in Kitas, in der Pflege oder in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen – ihr Einsatz ist von unschätzbarem Wert für die betreuten Menschen und die Einsatzstellen“, sagt Dieter Eichler, Geschäftsführer des Paritätischen MV.
Freiwilligendienste wie das FSJ und der BFD seien eine wichtige Säule unserer Gesellschaft. Mit Sorge blickt der Verband daher auf die geplanten Mittelkürzungen im Bundeshaushalt. „Einsparungen in Höhe von 40 Millionen Euro sind nicht nur eine Farce für die Einsatzstellen und die Freiwilligen, sie lösen auch eine besorgniserregende Abwärtsspirale aus“, sagt Dieter Eichler. Denn weniger Mittel bedeuten weniger Freiwillige, und weniger Freiwillige führen wiederum zu weiteren Mittelkürzungen. Und einmal abgebaute Strukturen ließen sich nur schwer wiederaufbauen. „Jede Kürzung in diesem Bereich gefährdet außerdem die Möglichkeit, junge Menschen für soziale Berufe zu begeistern und damit dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken“, so Eichler. Oft sei es genau dieser Einsatz, der den Wunsch nach einem sozialen Beruf wecke und den Grundstein für eine spätere berufliche Laufbahn lege.
Bereits vor einem Jahr hatten sich Wohlfahrtsverbände und ein bundesweit breites Unterstützernetzwerk für bessere Bedingungen und den Erhalt dieser so wichtigen Strukturen eingesetzt und Einsparungen im Bereich der Freiwilligendienste verhindern können. Deutschlandweit sind auch in diesem Herbst wieder Aktionswochen und Lobbyaktivitäten geplant. Die parlamentarischen Beratungen zum Haushalt 2025 beginnen Mitte September. „Bis zur endgültigen Entscheidung über den Bundeshaushalt im November werden wir alles unternehmen, damit es nicht zu Kürzungen bei den Freiwilligendiensten kommt und setzen uns stattdessen für eine langfristige Planungssicherheit ein“, so Eichler. „Freiwilligendienste sind kein Auslaufmodell. Sie sind eine Investition in die Zukunft.“
Hintergrundinformationen
Insgesamt sind 40 Millionen Euro weniger Bundesmittel im Bereich der Freiwilligendienste in 2025 geplant:
Freiwilligendienste (FSJ, FÖJ, Internationale)
2024: 122,681 Mio. Euro
2025: 105,681 Mio. Euro,
Kürzung: 17 Mio. Euro (14 Prozent)
Bundesfreiwilligendienst
2024: 207,202 Mio. Euro
2025: 184,202 Mio. Euro
Kürzung: 23 Mio. Euro (11 Prozent)
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Stephanie Böskens
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