Der Paritätische MV begrüßt Qualitätsverbesserungen im neuen Kita-Jahr

Der Paritätische MV begrüßt die Qualitätsverbesserungen, die von September an für mehr Qualität in Mecklenburg-Vorpommerns Kitas sorgen sollen. So seien neben den heute von Bildungsministerin Oldenburg in der Landespressekonferenz vorgestellten Förderangeboten zur Sprachentwicklung insbesondere die Absenkung des Fachkraft-Kind-Verhältnisses von 1 zu 15 auf 1 zu 14 sowie die Verbesserung des Personalschlüssels wichtige Weichen, die gestellt würden.

„Die Förderung der Sprachkompetenz ist ein wichtiger Baustein in der frühkindlichen Bildung, ist aber nur mit einer ausreichenden Personalausstattung gut umsetzbar“, sagt der Geschäftsführer des Paritätischen MV, Dieter Eichler. Die Absenkung der Fachkraft-Kind Relation sei daher ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, sorge aber noch nicht zwingend für mehr Qualität. „Wenn über die reine Betreuung hinaus die Ziele des KiföG erreicht werden wollen, nämlich Bildung, Erziehung und Förderung, so brauchen wir deutlich mehr Köpfe in den Einrichtungen.“

Die zuletzt veröffentlichten Zahlen der Bertelsmann-Stiftung zu Krankentagen von Kita-Beschäftigten sehen den Tatsachen ins Auge: Im bundesweiten Vergleich gehört Mecklenburg-Vorpommern mit 34,7 Krankentagen auch in dieser Statistik zu den Schlusslichtern. Nur in Berlin sind Kita-Beschäftige noch häufiger krank. „Das sind alarmierende Zahlen“, sagt Dieter Eichler. „Sie belegen einmal mehr, wie belastet Kita-Beschäftigte sind. Das bestätigen auch die Rückmeldungen, die wir aus den Reihen unserer Mitglieder bekommen.“ Personalmangel führe immer zu zusätzlichen Überstunden und einer zunehmenden Überlastung der vorhandenen Mitarbeiter. Damit drohten weitere Personalausfälle. „Leittragende sind die Kinder, denn, auch das belegt die Studie: An gute frühkindliche Bildung ist in solchen Situationen vielerorts gar nicht mehr zu denken.“ Dieser Teufelskreis müsse durchbrochen werden.

„Wir erwarten eine erste Entlastung durch den neuen Landesrahmenvertrag für die Kindertagesstätten“ so Eichler. „Es sind jetzt alle Beteiligten gefordert, so schnell wie möglich die neuen, leicht verbesserten Personalschlüssel zu vereinbaren und auch den jeweiligen Krankenstand in den Kitas bei der Personalbemessung anzuerkennen.“ Denn frühkindliche Bildung erfordere neben einer Bildungskonzeption auch verlässliche und emotional verfügbare Bezugspersonen.

Die aktuelle Ausbildungsplatzplanung des Landes geht von einem Überangebot an Fachkräften aus, die zukünftig auf den Markt kommen. „Noch sieht der Alltag in Kitas anders aus“, so der Geschäftsführer des Paritätischen MV, unter dessen Dach rund ein Viertel aller Kitas in MV organisiert sind. „Wir müssen weiter um neue Fachkräfte werben und diese dann durch gute Rahmenbedingungen in unserem Land halten“, fordert er. 

Das Statistische Bundesamtes für Mecklenburg-Vorpommern prognostiziert für die kommenden zehn Jahre einen kontinuierlichen Rückgang der Anzahl an Kinder. Die Ausbildungsplatzplanung sollte aber auf keinen Fall nach unten angepasst werden, meint Eichler. Stattdessen sollte die Politik dies als Chance begreifen: „Wenn es zukünftig weniger Kitakinder geben wird bei der jetzigen Anzahl an Fachkräften, sollte die Politik den gesetzlichen Rahmen ändern und die Fachkraft-Kind-Relation entsprechend verbessern.“ Nur so könne man verhindern, dass dringend benötigtes Personal gekündigt werden müsse, weil weniger Kitaplätze belegt sind.

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