Selbstbestimmung und Teilhabe fördern - Bedarfe der Menschen nicht vergessen

Barrierefreiheit, Selbstbestimmung und Teilhabe sind die Schlüsselwörter auf dem Weg zu Gleichstellung und Inklusion. Diese zentralen Querschnittsthemen müssen zur Selbstverständlichkeit in unserer Gesellschaft werden, appelliert der Paritätische Mecklenburg-Vorpommern anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen am 5. Mai. Dabei dürfen Hilfebedarfe des Einzelnen aber nicht vergessen werden.

„Auf dem Weg zur Inklusion hat sich in den vergangenen Jahren in Mecklenburg-Vorpommern viel in die richtige Richtung bewegt“, bilanziert der Verbandsvorsitzende Friedrich Wilhelm Bluschke. „Doch von gleichberechtigter Teilhabe sind wir in unserer Gesellschaft noch weit entfernt. Um Menschen mit Behinderungen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, müssen wir Barrieren in allen gesellschaftlichen Ebenen gezielt reduzieren, ob im Bereich Bildung, Arbeit und Wohnen sowie in Gebäuden, auf Straßen, bei der Nutzung medialer und digitaler  Angebote und in den Köpfen.“ Barrierefreiheit und die daraus resultierende Inklusion habe einen Mehrwert für alle in der Gesellschaft und müsse daher zur Selbstverständlichkeit werden.

Gesetzliche Grundlagen für die Umsetzung der Teilhabe von Menschen mit Behinderung müssten konsequent umgesetzt werden. So soll das Bundesteilhabegesetz mehr Teilhabe und Selbstbestimmung in allen Lebensbereichen schaffen. Jeder soll genau die Unterstützung erhalten, die er seinen individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen entsprechend  aufgrund seiner Behinderung benötigt. „In der Umsetzung zeigen sich aber nach Inkrafttreten der neuen Regelung zur Ermittlung von Hilfebedarfen zum Teil große Probleme“, sagt Bluschke. Die Bedarfe der Menschen mit Behinderung würden vielerorts nicht entsprechend ihrer Lebenssituation und behinderungsbedingten Einschränkungen eingeschätzt und berücksichtigt. „Die benötigte Unterstützung für den Einzelnen und seine  individuellen Bedürfnissen dürfen nicht der Bürokratie zum Opfer fallen.“ Notwendige Hilfeleistungen gehören zur Teilhabe und dürfen nicht wegfallen mit dem Ergebnis, dass sich die Lebensbedingungen der Menschen mit Behinderungen dadurch verschlechtern.

Der Paritätische setzt sich aktiv ein für Menschen mit Behinderungen. Er ist sowohl Interessenvertretung, als auch Mitgestalter einer inklusiven Gesellschaft. Rund 120 Mitgliedsorganisationen des Paritätischen Mecklenburg-Vorpommern engagieren sich landesweit für Menschen mit Behinderungen, zum Beispiel bei Angeboten zum Wohnen, Arbeiten und zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Spezielle Beratungsangebote unterstützen Menschen mit Behinderungen bei den ihnen zustehenden Sozialleistungen.

Der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung findet jährlich am 5. Mai statt. Der Aktionstag wurde 1992 von der Interessenvertretung behinderter Menschen Selbstbestimmt Leben Deutschland e.V. (ISL) initiiert mit dem Ziel, auf die Situation von Menschen mit Behinderungen in Deutschland aufmerksam zu machen.

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Stephanie Böskens
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