Im bundesweiten Vergleich hat Mecklenburg-Vorpommern im Kindergarten mit 1:15 die schlechteste Fachkraft-Kind-Relation. Nach Ansicht des Paritätischen sollte das Land zum präventiven Wohl der Kinder die Zahl des Personals erhöhen und einen landesweiten Mindestpersonalschlüssel festlegen. „Beitragsfreiheit ist schön. Wesentliches Qualitätsmerkmal aber für die Sicherung der Rechte der Kinder sind laut UN-Kinderrechtskonvention die Zahl und fachliche Eignung des Personals“, sagt Christina Hömke, Geschäftsführerin des Paritätischen Mecklenburg-Vorpommern e.V. am Montag in einem Pressegespräch in Schwerin. „Wir vermissen im Gesetzentwurf konkrete Maßnahmen zur Sicherung und Weiterentwicklung der Qualität.“
Einen Mindestpersonalschlüssel bzw. dessen Berechnungsgrundlage in einem Landesrahmenvertrag mit den kommunalen Spitzenverbänden zu vereinbaren, sei bereits zweimal gescheitert, sagt Isabelle Kaiser, Referentin für Kinder- und Jugendhilfe / Bildung beim Paritätischen Mecklenburg-Vorpommern. „Das Land ist jetzt gefordert, einen landesweit einheitlichen Personalschlüssel festzulegen“, so Kaiser.
Darüber hinaus müsse die „Praxisintegrierte Ausbildung“ nachgebessert werden. „Bislang werden der oder die Auszubildende auf den Fachkraft-Kind-Schlüssel angerechnet, anstatt sie zusätzlich zu gewähren“, ergänzt die Referentin. „Eine langfristige Personalplanung ist mithin nicht möglich.“
Die Geschäftsführerin der ASB Schwerin-Parchim Kita gGmbH, Jana Ruder, weiß, was das bedeutet: „In der Praxis führt die gesetzliche Regelung zu erheblichen Schwierigkeiten, da auszubildende Fachkräfte schon als Fachkräfte eingesetzt werden müssen, aber die fachliche Eignung noch nicht gegeben ist.“ Der personelle und finanzielle Mehraufwand der Kindertageseinrichtung zur Anleitung der Auszubildenden werde außerdem nicht berücksichtigt.
Die Ausbildung wird aus diesen Gründen von vielen Trägern abgelehnt.