„Der Erwerbslosenbeirat gilt seit Jahren als unermüdlicher Mahner für soziale Teilhabe und setzt sich für die Integration Langzeitarbeitsloser in den Arbeitsmarkt ein“, sagt der Geschäftsführer des Paritätischen MV, Dieter Eichler. „Dabei hat das Gremium unsere volle Unterstützung.“
Unter dem Titel „Zündstoff Armut“ hat das Erwerbslosenparlament einen Forderungskatalog erstellt und appelliert an politisch Verantwortliche, sich dem Thema Armut als umfassende gesellschaftliche Problematik anzunehmen und konkrete Maßnahmen einzuleiten. Besonders von Armut betroffen seien Menschen mit geringerer Bildung, Langzeitarbeitslose, Kinder, Rentner, Alleinerziehende sowie Migrantinnen und Migranten.
Der Erwerbslosenbeirat fordert die Landesregierung auf, einen aussagekräftigen Armuts- und Reichtumsbericht für Mecklenburg-Vorpommern vorzulegen. In seinem Armutsbericht macht der Paritätische Gesamtverband seit vielen Jahren auf die unterschiedlichen Facetten von Armut sowie ihre Folgen für die Betroffenen aufmerksam. „Wir müssen Strukturen schaffen, die Armut verhindern“, so Eichler. Gerade in den ländlichen Regionen würden immer mehr Menschen in vielerlei Hinsicht abgehängt. Mit einer Armutsquote von 18,8 Prozent liegt Mecklenburg-Vorpommern über dem Bundesdurchschnitt. Besonders düster sieht es in den Regionen Vorpommern mit einer Armutsquote von 21,3 Prozent aus sowie in der Mecklenburgische Seenplatte mit 19,7 Prozent. Dabei sind Rentner eine der am stärksten von Armut betroffene Gruppe in Mecklenburg-Vorpommern. „Die soziale Infrastruktur bröckelt vielerorts. Insbesondere für arme Menschen und ältere wird die soziale Teilhabe aufgrund großer Entfernungen immer schwieriger. Wir müssen die Versorgung der Menschen im ländlichen Raum im Blick haben“, fordert Eichler. Für viele sei es kaum möglich, bezahlbaren Wohnraum zu finden, der an Verkehrsnetze und grundlegende Versorgungsangebote angebunden ist. Arbeitsstellen seien häufig nur in größeren Zentren verfügbar, sodass Arbeitslose ohne ein eigenes Fahrzeug kaum Chancen auf Integration in den Arbeitsmarkt hätten.
„Wir brauchen dringend flexible Lösungsansätze und politische Maßnahmen, die sich gezielt an der Lebensrealität der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern orientieren“, fordert der Geschäftsführer des Paritätischen MV. Die Sicherstellung der sozialen Infrastruktur sowie der Kampf gegen Armut sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und bedürfe einer engen Zusammenarbeit und Flexibilität aller Beteiligten. „Wir unterstützen daher die Forderungen des Erwerbslosenparlaments und stehen auch mit unserer Expertise für Gespräche zur Verfügung.“
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