Menschenrechte statt Stigmantisierung - Unterstützung psychisch erkrankter Menschen verbessern

Der Paritätische Gesamtverband hat eine Positionierung erarbeitet und veröffentlicht zu der politischen Debatte wie Gewalt- und Amoktaten von Menschen mit einer psychischen Erkrankung besser verhindert werden können.

Im Rahmen der Konferenz der Innenminister der Länder und der Konferenz der Gesundheitsminister der Länder wurde intensiv diskutiert, wie Gewalt- und Amoktaten besser verhindert werden können - mit einem besonderen Fokus auf Taten, die von Personen mit psychischen Erkrankungen ausgehen. Der politische Diskurs ist in erster Linie sicherheitspolitisch und geprägt von Forderungen nach einer Register-Erfassung von gewalttätigen Menschen mit psychischer Erkrankung, nach systematisierter Datenübermittlung zwischen verschiedenen Behörden und nach Verschärfungen im Asyl- und Aufenthaltsrecht.

Der Fokus auf psychisch erkrankte Menschen, ob mit oder ohne Flucht- und Migrationshintergrund als Täter*innen, verstellt den Blick auf die Tatsache, dass Gewalttaten sich in den meisten Fällen nicht auf eine psychische Erkrankung zurückführen lassen. Es ist daher nicht sinnvoll, in einer Debatte um die Prävention von Gewalt allein diese Personengruppe zu adressieren. Nichtsdestotrotz gilt es, die Versorgungsstrukturen und Präventionsangebote für Menschen mit psychischer Erkrankung so aufzustellen, dass sie ihren Beitrag zur Gewaltprävention leisten können. Dies bedeutet konkret unter anderen:

  • Niedrigschwellige Unterstützung psychisch erkrankter Menschen und ihrer An- und Zugehörigen bundesweit ausbauen
  • Psychische Erkrankungen entstigmatisieren
  • Zusammenarbeit im fragmentierten Hilfesystem verbessern und psychisch erkrankte Menschen personenzentriert unterstützen
  • Psychosoziale Zentren bedarfsgerecht ausbauen und nachhaltig finanzieren
  • Sichere Fluchtwege, menschenwürdige Aufnahme und stabile Lebensbedingungen garantieren

Die vollständige Positionierung des Paritätischen Gesamtverbandes finden Sie hier.