Der Paritätische Gesamtverband fordert Investitionen für den Hitzeschutz in sozialen Einrichtungen

Anlässlich der aktuellen RKI-Zahlen zu Hitzetoten und der Ergebnisse der Kabinettsklausur der Bundesregierung äußert sich der Paritätische Gesamtverband kritisch und fordert entsprechende Maßnahmen für einen besseren Hitzeschutz.

 

Nach Informationen des Robert-Koch-Institut (RKI) vom 26. August 2026 sind in diesem Jahr 15.800 Menschen an den Folgen der Hitze gestorben. Das sind mehr Menschen als jemeils zuvor. Die Bundesregierung hat in ihrer Kabinettsklausur über die Folgen des Hitzsommers beraten. Konkreten Maßnahmen für einen besseren Hitzeschutz wurden nicht gefasst.

Der Paritätische Gesamtverband fordert die Bundesregierung erneut auf, endlich konkrete Maßnahmen für einen besseren Hitzschutz zu beschließen. 

Katja Kipping, Geschäftsführerin des Paritätischen Gesamtverbandes äußert sich in in einem Pressestatement: "Nachhaltige Kühltechnik, Dämmung und Begrünung zaubert niemand über Nacht aus dem Hut. Wer jetzt nicht saniert und baut, steht im nächsten Jahr wieder vor derselben traurigen Bilanz. Besonders Pflegeeinrichtungen, Kitas und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen brauchen dringend Investitionsförderung für Hitzeschutz, denn dort leben die Menschen, die am wenigsten selbst für ihren Schutz sorgen können. Ihre Gebäude müssen energetisch saniert, hitzefest gemacht und an die Folgen der Klimakrise angepasst werden. Dafür brauchen soziale Einrichtungen endlich eine verlässliche Investitionsförderung. 

Und es darf nicht vom Wohnort oder von der Finanzkraft der jeweiligen Kommune abhängen, ob Menschen vor den Folgen von Hitze geschützt werden. Die angekündigte Wiederöffnung und Ausweitung der AnpaSo-Richtlinie ist ein richtiger erster Schritt, reicht für sich allein aber nicht aus. 

Bei ihrer Kabinettsklausur hat die Bundesregierung zwar über die Folgen des Hitzesommers beraten, konkrete Beschlüsse für einen besseren Hitzeschutz aber nicht gefasst. Auch die von der SPD und mehren Landesumweltminister*innen geforderte Verankerung von Klimaanpassung als Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern im Grundgesetz wurde nicht vorangebracht. Statt einer verlässlichen gemeinsamen Finanzierung setzt die Regierung auf die bessere Verzahnung bestehender Programme und verweist auf Länder und Kommunen. Nach diesem Sommer braucht es mehr als Prüfaufträge und bessere Koordinierung. Es braucht jetzt konkrete politische Entscheidungen und verbindliche Investitionen."

Laut einer Umfrage des Paritätischen Gesamtverbands im Juli 2026 zu den Folgen der Hitze gaben 82 Prozent von fast 2.871 befragten sozialen Einrichtungen an, stark oder sehr stark unter den Hitzewellen zu leiden. Weitere Informationen dazu finden Sie hier