Tag der wohnungslosen Menschen: Paritätischer MV fordert verlässliches Hilfesystem und bezahlbaren Wohnraum

Zum Tag der Wohnungslosen am 11. September macht der Paritätische Mecklenburg-Vorpommern auf die Situation wohnungsloser Menschen im Land aufmerksam und fordert ein Hilfesystem aus Prävention und Beratung sowie bezahlbaren Wohnraum.

„Wohnungslosigkeit ist häufig das Ergebnis mehrerer Krisen, die zusammenkommen und sie kann Menschen aus ganz unterschiedlichen sozialen Gruppen treffen“, sagt der Geschäftsführer des Paritätischen MV, Dieter Eichler. So könnten der Verlust des Arbeitsplatzes, Überschuldung, steigende Wohn- und Energiekosten, Trennung, Krankheit, Suchtprobleme oder der Verlust eines wichtigen sozialen Netzes dazu führen, dass eine zuvor stabile Lebenssituation ins Wanken gerät. 

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren am 31. Januar 2026 in Mecklenburg-Vorpommern offiziell 610 Menschen wegen Wohnungslosigkeit untergebracht. Bundesweit waren es rund 452.900 Menschen. Nicht erfasst werden in der Statistik Obdachlose, die ohne jede Unterkunft direkt auf der Straße leben oder verdeckt Wohnungslose, die vorübergehend bei Freunden oder Angehörigen unterkommen. Lokale Schätzungen und Dunkelziffern liegen daher deutlich höher.

„Wohnungslosigkeit lässt sich nicht allein mit Notunterkünften bekämpfen“, sagt Eichler. Menschen bräuchten Perspektiven im Leben. Prävention, soziale Beratung, Gesundheitsversorgung, Schuldnerberatung und Wohnraumversorgung müssten ineinandergreifen. „Entscheidend ist, dass Menschen möglichst früh erreicht werden und Hilfe annehmen können“, betont er. „Dabei ist Prävention mindestens genauso wichtig, wie die Unterstützung nach einem Wohnungsverlust. Wer frühzeitig bei Mietschulden, Behördenproblemen oder drohendem Wohnungsverlust Unterstützung bekommt, kann möglicherweise verhindern, dass aus einer Krise Wohnungslosigkeit wird.“

Der Paritätische MV sieht auch die Wohnungs- und Sozialpolitik in der Verantwortung und fordert ausreichend bezahlbaren Wohnraum. Während es in ländlichen Regionen meist noch ein Angebot an günstigen Wohnungen gibt, herrscht in Städten, Universitätsstandorten und an der Küste ein Mangel.  

Der Tag der Wohnungslosen steht bundesweit unter dem Motto „Hinschauen. Aktiv werden. – Gemeinsam gegen Wohnungsnot“. Der Aktionstag soll die Aufmerksamkeit auf Menschen lenken, deren Wohnungsnot häufig unsichtbar bleibt, und zugleich die gesellschaftliche Verantwortung für die Überwindung von Wohnungslosigkeit stärken.

Unter dem Dach des Paritätischen MV engagieren sich zahlreiche Mitgliedsorganisationen für Menschen in schwierigen Lebenslagen und in der Wohnungslosenhilfe. Dazu gehören unter anderem Wohltat e.V. in Rostock und der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in Neubrandenburg. 

Pressekontakt:
Stephanie Böskens
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