Personelle Unterstützung für Testung: Solat*innen, „freiwillige Helfer“ der BA, mobiles Test-Team MV

Hygiene- und Präventionsmaßnahmen stellen unsere Pflegeeinrichtungen seit einem Jahr vor riesige Herausforderungen. Seit Januar werden verstärkt Angebote für personelle Unterstützung bei der PoC-Antigen-Testung aufgebaut.

Mit der Pflege- und Soziales Corona-Verordnung wurde vor Weihnachten für alle Pflegeeinrichtungen kurzfristig die Verpflichtung zur PoC-Antigen-Testung von Personal eingeführt: zunächst 1 x pro Woche, dann 2 x pro Woche. Nun wird die Landesregierung wohl eine weitere Verschärfung auf drei verpflichtende Antigen-Testungen des Personals pro Woche einführen. Die Wirkkraft dieser Maßnahmen ist umstritten und wird durch eine wissenschaftliche Auswertung durch die Universitätsmedizin in Greifswald analysiert.

Die Durchführung dieser Testungen stellt eine weitere erhebliche Belastung für das Personal dar, das nach den harten Herbst- und Wintermonaten ohnehin an der Belastungsgrenze und auch weit darüber hinaus arbeitet. Jede Kraft wird in der Pflege gebraucht, die Kapazitäten für zusätzliche Aufgaben und Bürokratie sind erschöpft. Dies gilt insbesondere für die vollstationären Pflegeeinrichtungen, wo neben Personal auch Besucher und sonstige Betretende verpflichtend zu testen sind.

Um hier zusätzliche personelle Ressourcen zu erschließen, werden seit Dezember dringend erforderliche externe Unterstützungsangebote aufgebaut. Zunächst waren es die „helfenden Hände“ der Bundeswehr - Personal, das zwar nicht in der Pflege aktiv eingesetzt werden kann, jedoch in anderen Bereichen, wie der Besuchsbegleitung oder der Hauswirtschaft. Kritisiert wurde, dass diese personelle Unterstützung nicht in der Testung mitwirken darf.

Mittlerweile werden bundesweit zunächst befristet auch Soldat*innen für die Durchführung von PoC-Antigentests eingesetzt. Als weiterer Baustein werden nun über die Bundesagentur für Arbeit „freiwillige Helfer“ angeworben, die nach vorheriger Schulung in Pflegeeinrichtungen und in der EGH vor Ort PoC-Antigentest durchführen können. Die Bedarfe hierfür sind durch Träger bzw. Einrichtungen über die Landkreise / kreisfreien Städte anzumelden. Eine Übersicht über Landkreise, in denen bislang Bedarfe für freiwillige Helfer angemeldet wurden wird auf der Internetseite der BA veröffentlicht. Perspektivisch soll die Bedarsmeldung für freiwillige Helfer nicht über die Landkreise erfolgen, sondern an die Johanniter. Eine Kontakt-Adresse für diese Meldung steht allerdings noch nicht zur Verfügung.

Als zusätzlicher Baustein zur Unterstützung von Testungen wird seit dieser Woche in MV ein mobiles Testteam angeboten, das landesweit die Durchführung von PoC-Testungen für Pflege- und Eingliederungshilfe-Träger anbietet. Anforderungen können über die Internetseite der Johanniter MV gestellt werden. Das Passwort für den Zugang wurde unseren Mitgliedern bereits per E-Mail übermittelt.

Diese Angebote sind Bausteine in der personellen Unterstützung, die sicherlich nicht alle Einrichtungen im Land erreichen werden. Dennoch ist es in der gegenwärtigen Lage wichtig, die bestehenden Bedarfe gegenüber den Landkreisen anzuzeigen und nach Möglichkeit abzurufen. Es wäre in Anbetracht der andauernd strapazierten personellen Ressourcen in der Pflege fatal, wenn mögliche Unterstützungen nicht aktiv in Anspruch genommen werden. Kapazitäten im Bereich der helfenden Hände der Bundeswehr sind gegeben. Die Unterstützung im Bereich Testung durch Soldat*innen ist im Aufbau, ebenso die „freiwilligen Helfer“ bei der BA. Voraussetzung ist jeweils die Bedarfsmeldung bei den Landkreisen / kreisfreien Städten.