Personalbemessung in der Langzeitpflege: Zwischenbericht in Berlin vorgestellt

Am 25. Februar wurden in Berlin im Rahmen einer Fachveranstaltung „erste wissenschaftliche Ergebnisse zur Personalbemessung in der Langzeitpflege“ (§ 113c SGB XI) vorgestellt. Während die Rückschlüsse für ambulante und teilstationäre Pflege zunächst zurückfallen, ist die Kernaussage für die vollstationäre Pflege deutlich: hier wird eine bedarfsgerechte Ausstattung mit deutlichem Mehrpersonal sowie der Abschied von einer starren Fachkraftquote empfohlen.

Für die stationäre Langzeitpflege wurden u.a. folgende Zwischenergebnisse vorgestellt:

  • Der angenommene Personalbedarf lässt sich aus den Pflegegraden der Bewohner ableiten. Dies umfasst auch den Personalmix, insbesondere bei einer abgestuften Betrachtung der Qualifikationen von Assistenzkräften.
  • Der Bedarf an Versorgung durch Pflegefachkräfte steht im Verhältnis zu den jeweiligen Pflegegraden und nimmt mit der Höhe des Pflegegrades zu. Während in PG 2 und PG 3 der Bedarf an Pflege durch Pflegefachkräfte verhältnismäßg gering ausfällt, überwiegt dieser Bedarf in PG 4 und noch deutlicher in PG 5. Daraus folgt, dass der Personalmix der Einrichtung, also auch der erforderliche Anteil von Fachkräften am Pflegepersonal, im Verhältnis zur Bewohnerstruktur zu bemessen ist. Eine starre Fachkraftquote ist hiernach nicht sachgerecht.
  • Zur angemessenen Versorgung der Pflegebedürftigen bedarf es zusätzlichen Personals im Umfang von ca. 1/3 zur bisherigen personellen Ausstattung. Dieses Mehrpersonal liegt zum großen Teil nicht im Bereich der Fachkräfte, sondern im Bereich der Assistenzkräfte. Auch hier gilt, dass die jeweilige Bewohnerstruktur maßgeblich für den Bedarf ist.
  • In den Worten des Forschungsteams der Universität Bremen: Das Personalbemessungsinstrument ersetzt dabei die bisher für alle Einrichtungen einheitlich geltende ordnungsrechtliche Fachkraftquote von 50 % durch einrichtungsindividuelle bedarfsorientierte Fachkraftanteile.

Der Zwischenbericht (367 Seiten) mit zugehörigem Anlagenband (1563 Seiten) steht auf der Internetseite der Geschäftsstelle Qualitätsausschuss Pflege zum Download zur Verfügung. Ein Statement zum Fachtag durch die BAGFW finden Sie hier als PDF.