Kurz vor Start des neuen Kita-Jahres hat das Bildungsministerium in der Landespressekonferenz aktuelle Zahlen vorgelegt und zugesichert, den Fachkräftebedarf im frühpädagogischen Bereich zukünftig decken zu können.
„Der Bedarf an Erzieherinnen und Erziehern ist keinesfalls gedeckt“, sagt der Geschäftsführer des Paritätischen MV, Dieter Eichler. „Die Praxis spricht eine andere Sprache. In der Jugendhilfe fehlen sie genau wie in der Eingliederungshilfe. Diese Einsatzbereiche werden in der Ausbildungsplatzplanung des Landes bislang nicht berücksichtigt.“
Neben einer umfassenden Ausbildungsplatzplanung seien attraktive Arbeitsbedingungen erforderlich, um die gut ausgebildeten Menschen im Land zu halten. Dabei müsse zunächst die Ausbildung selbst attraktiver werden. „Die Erzieherausbildung sollte für alle Auszubildenden kostenneutral sein“, fordert Eichler. Bisher zahlen die Schüler an den freien Schulen im Gegensatz zu denen an den staatlichen Schulen Schulgeld. Gleichzeitig müsse darüber nachgedacht werden, ob die Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher nicht durch eine Berufsausbildung mit einer Ausbildungsvergütung ersetzt werden könne, wie es in der Pflege mittlerweile üblich ist.
Seit Jahren weist Mecklenburg-Vorpommern Studien zufolge im Bereich der Kindertagesförderung sowohl in den Krippen als auch in den Kindergartengruppen im Bundesvergleich die ungünstigste Personalausstattung auf. „Wir begrüßen daher die im KiföG geplante Absenkung der Fachkraft-Kind-Relation in Kitas auf 1:14 ausdrücklich als einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Auch über die von Ministerin Oldenburg in der LPK angekündigten Verbesserungen im Bereich der Krippe ab 2025 freuen wir uns sehr und sind gespannt auf die Details“, so Eichler.
Die Zukunft unserer Gesellschaft hängt maßgeblich von der professionellen Betreuung und Unterstützung unserer jüngsten und schutzbedürftigsten Mitglieder ab. Jede zusätzliche Fachkraft bedeutet eine bessere Betreuung, Erziehung und Bildung für die Kinder sowie am Ende bessere Arbeitsbedingungen im Alltag der Erzieher. „Eine umfassende und zielgerichtete Ausbildungsplanung ist unverzichtbar, um die Qualität der Betreuung und Förderung von Kindern und Jugendlichen zu sichern.“
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