Handlungs-und Reformbedarfe 50 Jahre nach Veröffentlichung des Berichtes der Psychiatrie-Enquete

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Psychiatrie-Enquete luden die Verbände des Kontaktgesprächs Psychiatrie im Sommer 2025 zu einer gemeinsamen Tagung nach Leipzig. Die Impulse der Tagung werden nun in einem Arbeitspapier zusammengefasst.

 

Nach der Tagung zum 50-jährigen Jubiläum der Psychiatrie-Enquete im Jahr 2025, haben sich die Verbände des Kontaktgesprächs Psychiatrie zusammengefunden, um aus den Ergebnissen der Tagung ein Arbeitspapier zu entwickeln.

Im Papier ist festgehalten, dass wichtige Schritte in der Umsetzung der Grundsätze der Enquete gegangen wurden. Einige der benannten Probleme sind aber noch immer aktuell: “Es gibt weiterhin Lücken in der Versorgung bestimmter Patient*innengruppen, die sektorenübergreifende Versorgung wird nicht hinreichend koordiniert, die multiprofessionelle Zusammenarbeit ist weiterhin mangelhaft. Macht- und Finanzierungsstrukturen sowie Marktmechanismen blieben in den letzten Jahrzehnten unangetastet bzw. haben sie an Bedeutung sogar gewonnen.” 

Das Impulspapier benennt zentrale Handlungsfelder an denen zukünftig gearbeitet werden muss:

  • Haltungen verändern, Stigmatisierung beenden: Psychiatrie wird politischer
  • Partizipation und Mitbestimmung auf allen Ebenen umsetzen
  • Individuelle Unterstützung in der Lebensrealität der Menschen anbieten
  • Finanzierung und Strukturen an den Bedarfen und Bedürfnissen von Menschen mit psychischer Erkrankung ausrichten
  • Versorgungsgerechtigkeit ermöglichen
  • Zwangsanwendungen bundesweit erfassen und schrittweise abbauen

Die Forderung der Verbände des Kontaktgesprächs Psychiatrie ist: “Die Menschen, um die es geht, stehen im Mittelpunkt und gestalten ihre Wege der Genesung und Teilhabe mit. Wir benötigen mehr Gestaltungswillen und gemeinsames Handeln auf allen Ebenen in der Politik, bei Leistungsträgern und bei Leistungserbringenden, um im eigenen Verantwortungsbereich die Diskrepanz zwischen Erkenntnissen und deren Umsetzung abzubauen.”

Das vollständige Arbeitspapier finden Sie hier.