Grundstein einer Bildungskarriere wird im jungen Alter gelegt: MV muss in Kitas endlich nachbessern

Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es so wenig Erzieherinnen und Erzieher in Bezug auf ein Kind wie in Mecklenburg-Vorpommern. Dabei ist die Fachkraft-Kind-Relation entscheidend für die Qualität der Betreuung. Das bestätigt auch die aktuelle Bertelsmann Studie zur frühkindlichen Bildung.

Zwar habe sich die Personalsituation in Kitas in den vergangenen Jahren in Mecklenburg-Vorpommern verbessert. Kindgerecht sei sie aber immer noch nicht, so das Ergebnis der Studie, die am 24. August 2021 veröffentlicht wurde. „Die Anforderungen an Erzieherinnen und Erzieher werden immer größer“, sagt der Vorsitzende des Paritätischen Mecklenburg-Vorpommern Friedrich Wilhelm Bluschke in einer Pressemitteilung. Mit der letzten Änderung des Kindertagesförderungsgesetzes zum 1. Januar 2020 sei es zu einem enormen Zuwachs an Aufgaben des Fachpersonals gekommen - ohne zusätzliche Ressourcen. „Diese Mehrbelastung geht zu Lasten der qualitativen Betreuung der Kinder“, kritisiert Bluschke. „Für die Umsetzung individueller, inklusiver Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsaufgaben brauchen wir mehr Personal, das sich wirklich um unsere Kleinen kümmern kann.“

Verschärft werde die Situation dadurch, dass es in Mecklenburg-Vorpommern keine gesetzlich geregelte Personalbemessung gibt. 2030 fehlen in Mecklenburg-Vorpommern laut Studie 5.000 Fachkräfte in den Kitas. „Unsere zentrale Forderung ist daher eine bessere Ausstattung und Qualifizierung im pädagogischen Bereich“, so der Verbandsvorsitzende. Um die erforderliche Anzahl an Fachkräften zu erhalten, müsse die Landesregierung eine verlässliche Ausbildungsplatzplanung vornehmen und die Ausbildungsplatzkapazitäten deutlich erhöhen. „Dass Kinder aufgrund einer  unzureichenden Betreuungssituation in den Kitas schlechtere Bildungschancen als in anderen Bundesländern haben, wie es die Studie prophezeit, können und wollen wir nicht hinnehmen.“

Mit Blick auf die Landtagswahl formuliert der Paritätische Mecklenburg-Vorpommern in seinem Papier „#mvbessermachen. Gemeinsam für eine nachhaltige Sozial- und Bildungspolitik für die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern 2021-2026“ zehn Forderungen an die neue Landesregierung. Als Partner der Politik will sich der Verband mit seinen Erfahrungen und Ideen konstruktiv in die sozialpolitischen Diskussionen einbringen mit dem Ziel, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen für eine umfassende Teilhabe aller Menschen in Mecklenburg-Vorpommern.

Unsere Forderungen für eine nachhaltige Sozial- und Bildungspolitik finden Sie hier.
Weitere Informationen zur aktuellen Bertelsmann Studie finden Sie hier . Zusammenfassende Informationen finden Sie in der Pressemitteilung Bundesvergleich / Pressemitteilung Situation in MV der Berteilsmann Stiftung.