Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung

Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. hat Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe erarbeitet und veröffentlicht.

Das Präsidium des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge e.V. hat am 25. März 2026 die Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung verabschiedet.

In dem Empfehlungsschreiben beschäftigt sich der Deutsche Verein mit folgenden Schwerpunktthemen:

1) Teilhabeplan- und Gesamtplanverfahren sowie Bedarfsermittlung weiterentwickeln 

Forderungen sind hier u.a.: Bedarfsermittlungsinstrumente angleichen und für alle Beteiligten praxistauglich gestalten sowie trägerübergreifende und praxisnahe Qualifizierungs- und Schulungsmaßnahmen für Fachkräfte der Reha-Träger, die für die Umsetzung der Teilhabeplanung zuständig sind.

2) Regionale Versorgung sicherstellen 

Forderungen sind hier u.a.: Die Weiterentwicklung der Strukturen und Instrumente, die eine Grundlage für die Zusammenarbeit und den gemeinsamen Austausch zwischen Leistungsträgern und Leistungserbringern bieten sowie die Nutzung der Experimentierklausel des § 132 SGB IX (z.B. Trägerbudgets).

3) Überlegungen zur Umsetzung und Anwendung des Leistungserbringungsrechts im SGB IX 

Forderungen sind hier u.a.: Die Harmonisierung der Strukturvorgaben im Ordnungsrecht und im WBVG mit den Regelungen des SGB IX sowie die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses von Wirkungsorientierung von Leistungsträgern und Leistungserbringern.

4) Einführung eines Bundesteilhabegeldes (pauschale Finanzierung, ohne umfangreiches Antragsverfahren, für geringfügige Teilhabebedarfe z.B. Einsatz von Gebärdendolmetschern)

5) Refinanzierung von Wohnkosten für Menschen mit Behinderungen sicherstellen 

Forderungen sind hier u.a.: Dass die notwendigen Kosten einer angemessenen und den Bedürfnissen des Menschen mit Behinderungen entsprechenden Unterkunft in vollen Umfang von Träger der Grundsicherung übernommen werden.

6) Schnittstelle Eingliederungshilfe und Pflege weiterentwickeln 

Forderungen sind hier u.a.: Dass pflegebedürftigen Menschen mit Behinderungen die Leistungen der Pflegeversicherung vollumfänglich zur Verfügung stehen müssen, unabhängig von ihrem Wohnort. 

7) Arbeits- und Fachkräftemangel begegnen 

Forderungen sind hier u.a.: Die Etablierung eines dauerhaften Monitoringverfahrens der aktuellen Arbeits- und Fachkräftesituation und des künftigen Personalbedarfs in der Eingliederungshilfe sowie die Etablierung von Maßnahmen zur Fachkräftegewinnung und -sicherung in der Eingliederungshilfe.

8) Entbürokratisierung und Digitalisierung

Forderungen sind hier u.a.: Die Berichts- und Dokumentationspflichten auf ihre Notwendigkeit hin zu überprüfen und zu minimieren sowie die Kosten für die Anschaffung von Hard- und Software und deren Pflege zu refanizieren. 

Das vollständige Empfehlungsschreiben zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe finden Sie hier.