DIW legt Ergebnisse vor: „Geflüchtete aus der Ukraine in Deutschland“

Fast die Hälfte der aus der Ukraine Geflüchteten beabsichtigt, längerfristig in Deutschland zu bleiben. Das ist das Ergebnis der zweiten Befragung der Studie „Geflüchtete aus der Ukraine in Deutschland“.

Die Studie wurde durchgeführt vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB). 

Ende 2022 waren erste repräsentative Erkenntnisse über die Lebenssituation und Zukunftspläne von Flüchtlingen aus der Ukraine in Deutschland veröffentlicht worden. Sie beruhten auf einer Befragung von 11.000 geflüchteten Ukrainer*innen und Ukrainern. Die Befragung ist als Längsschnittstudie angelegt, d. h. dass die Personen wiederholt befragt werden. In der zweiten Befragung im ersten Quartal 2023 wurden 6.700 Personen erneut befragt, von denen 6.500 nach wie vor in Deutschland lebten.

Der Deutsche Landkreistag hat die Ergebnisse wie folgt zusammengefasst:

  • Obwohl bisher nicht klar ist, ob und für wie lange das derzeit bis März 2024 befristete Aufenthaltsrecht für Ukrainer verlängert werden wird, beabsichtigt mit 44 Prozent fast die Hälfte der Geflüchteten längerfristig – zumindest noch einige Jahre oder sogar für immer – in Deutschland zu bleiben. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als bei der ersten Befragung im Spätsommer 2022. Eine große Rolle für die Bleibeabsicht spielen die familiäre Situation und die soziale Integration.
     
  • Rund drei Viertel haben eine private Unterkunft gefunden. Die Umzugsmobilität ist hoch: Fast 20 Prozent sind umgezogen, ganz überwiegend innerhalb derselben Stadt oder Gemeinde.
     
  • Bisher absolvieren viele Geflüchtete noch Integrations- und Sprachkurse. Nur 18 Prozent gehen einer Erwerbstätigkeit nach. Die Erwerbsabsichten für die nähere Zukunft sind deutlich höher.
     
  • Während fast alle schulpflichtigen Kinder aus der Ukraine eine allgemein- oder berufsbildende Schule besuchen, wird die Kindertagesbetreuung von weniger Eltern in Anspruch genommen: Nur 58 Prozent der Kinder zwischen drei und sechs Jahren sind in einer Kindertagesbetreuung. 
     
  • Das psychische Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen hat sich im Vergleich zur ersten Befragung leicht verbessert, liegt aber nach wie vor unter den Normwerten von anderen Kindern und Jugendlichen in Deutschland.

Hier finden Sie das Anschreiben des Landkreistages MV zu den Ergebnissen der Studie sowie die DIW-Studie.