„Eine Unterbringung in Massenunterkünften mit von der Bundesregierung vorgesehenen bis zu 1500 Plätzen für 18 Monate oder länger ist unzumutbar und menschenrechtlich nicht zu verantworten“, sagt Christina Hömke, Vorsitzende der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege Mecklenburg-Vorpommern e.V. „Wir fordern die Unterbringung in kleineren dezentralen Aufnahmeeinrichtungen. Alle Geflüchteten sollten nach spätestens drei Monaten am lokalen Gemeinwesen teilhaben können und vor Ort Unterstützung von Behörden, Haupt- und Ehrenamtlichen erfahren.“
In den von der Bundesregierung geplanten Ankerzentren sollen alle Asylsuchende während der gesamten Dauer ihres Asylverfahrens bis zu 18 Monaten, und bei ihrer Ablehnung bis zu ihrer Abschiebung bzw. Ausreise zwangsweise wohnen müssen. „Das ist eine belastende Lebenssituation für die Menschen in den Unterkünften. Verdammt zur Untätigkeit sind sie sie dem ganzen Prozess hilflos ausgeliefert und warten dazu noch auf einen ungewissen Bescheid, so Hömke. Bei fehlender Privatsphäre, ausgeschlossen von sozialen Kontakten, Beratungs-, Integrations- und Partizipationsmöglichkeiten sowie dem Zugang zu Bildung und Arbeit seien Frustration und Konflikte vorprogrammiert.
„Wir fordern, dass alle Schutzsuchenden Zugang zu einer unentgeltlichen, unabhängigen Asylverfahrensberatung haben, eine umfassende gesundheitliche und psychosoziale Versorgung sowie entsprechende Gewaltschutzkonzepte sichergestellt werden“, so die LIGA-Vorsitzende. Kinder müssten zudem in den Einrichtungen beschult und Erwachsene mit Qualifizierungsmaßnahmen gefördert werden.
Anstelle einer menschenrechtsorientierten Aufnahmepolitik und Integration stehe im Fokus der Politik immer mehr Kontrolle, Abschreckung und Ausgrenzung. Diese Politik habe verheerende Folgen nicht nur für Geflüchtete, sondern auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Eine Migrationspolitik, die auf Abschreckung setzt, geht immer auf Kosten der Integration“, so Hömke.
Hier finden Sie die Pressemitteilung der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege als <link file:13852 _blank download file>PDF.