Tausende Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen fielen der sogenannten "Euthanasie" zum Opfer. „Diese Menschen waren keine Zahlen, sie waren Väter und Mütter, Kinder, Brüder und Schwestern“, sagt der Geschäftsführer des Paritätischen MV, Dieter Eichler. „Die Barbarei begann nicht mit Mord. Sie begann mit Worten, mit Hetze und der stillen Akzeptanz von Diskriminierung. Sie begann mit der Ausgrenzung und dem Nährboden eines Populismus, der einfache Antworten auf komplexe Fragen versprach und dabei mit Menschenleben spielte.“
Die Gedenkveranstaltung erinnere nicht nur an die Opfer, sondern setze auch ein Zeichen für Menschenrechte und gegen jede Form von Diskriminierung, so Eichler. „Wir müssen hinschauen, wo Menschenfeindlichkeit wieder ihren Platz sucht. Wir dürfen nicht schweigen, wenn Populismus versucht, die Gesellschaft zu spalten und Schwächere zum Sündenbock zu machen.“
Der Satz „Nie wieder!“ dürfe keine leere Floskel sein. Nie wieder dürfen wir wegsehen, wenn Menschenrechte in Frage gestellt werden. Stattdessen sollten wir tagtäglich für Vielfalt und Demokratie kämpfen und eine Gesellschaft gestalten, die Menschlichkeit lebt und schützt.“
Ein besonderer Dank gilt den Veranstaltern der Gedenkfeier, die mit ihrem Engagement die Erinnerung an die Opfer wachhalten. Die Gedenkveranstaltung wird federführend vom Landesverband Sozialpsychiatrie M-V mit Unterstützung zahlreicher regionaler Akteure durchgeführt, darunter auch Mitgliedsorganisationen des Paritätischen MV.