Pflegehilfe aus der Nachbarschaft: Angebote müssen im ländlichen Raum ankommen

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen sollen durch ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe einfach und effektiv entlastet werden können. Die Landesverordnung über Angebote zur Unterstützung im Alltag hat Sozialministerin Stefanie Drese heute in der Landespressekonferenz vorgestellt.

Der Paritätische begrüßt die Erweiterung der Angebote zur Unterstützung Pflegebedürftiger und ihrer Angehörigen. Gleichzeitig fordert der Verband Strukturen, die diese auch im ländlichen Raum zugänglich machen. Durch die ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe sollen Pflegebedürftige möglichst lange in ihrer häuslichen Umgebung bleiben und ihre sozialen Kontakte aufrechterhalten können. Für qualifizierte Hilfeleistungen aus der Nachbarschaft sollen Ehrenamtliche geschult werden. „Die Qualifizierung der ehrenamtlichen Nachbarschaftshelfer in Kursen auf Grundlage eines Curriculums halten wir für gut und sinnvoll“, sagt der Vorsitzende des Paritätischen Mecklenburg-Vorpommern, Friedrich Wilhelm Bluschke. „Wichtig ist, dass die Kurse auch im ländlichen Raum angeboten werden und keine Hürde für potentielle Helfer darstellen. Insbesondere in abgelegenen Regionen sind Menschen oft auf Nachbarschaftshilfe angewiesen. Deshalb wäre es auch gut, dort mit dem Angebot zu beginnen.“

In Mecklenburg-Vorpommern werden nach statistischen Angaben etwa 72.000 Pflegebedürftige zuhause gepflegt, mehr als die Hälfte von ihnen durch Angehörige.  Durch ehrenamtliche Nachbarschaftshelfer könnten neben pflegenden Angehörigen aber auch professionelle Pflegedienste entlastet werden. Sie sollen für maximal zwei Pflegebedürftige niederschwellige Aufgaben übernehmen wie zum Beispiel die Begleitung zum Arzt oder zu Behörden, Einkäufe erledigen oder gemeinsame Spaziergänge unternehmen. Bei einer Aufwandsentschädigung von bis zu acht Euro pro Stunde darf der Ehrenamtliche nicht mehr als insgesamt 25 Stunden im Monat leisten.

„Nachhaltige Unterstützung und Entlastung in der häuslichen Pflege erreichen wir nur durch hinreichende Strukturen und verlässlich zur Verfügung stehende Angebote“, so Bluschke. „Dafür müssen wir im Land einen unkomplizierten Zugang zu den geplanten Kursangeboten gewährleisten mit einem überschaubaren bürokratischen Aufwand für das außerfamiliäre Helfernetzwerk.“ Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung werde die Unterstützung von Pflegebedürftigen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Da könne die Nachbarschaftshilfe eine gute zusätzliche Möglichkeit sein, meint der Verbandsvorsitzende. 

Der PARITÄTISCHE Mecklenburg-Vorpommern e.V.
Im PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverband, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. sind mehr als 200 gemeinnützige Organisationen und Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen. Sie sind in der Kinder,- Jugend- Familien- und Altenhilfe, in der sozialen und psychosozialen Versorgung, in der Behindertenhilfe, der Migrantenhilfe, der Aids-Hilfe, der Drogen- und Suchthilfe, Betreuung und Beratung von Langzeitarbeitslosen, in der Gesundheitsförderung sowie Selbsthilfe und Frei-willigendienste tätig. In den Einrichtungen und Diensten arbeiten ca.17.600 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, diese werden von etwa 5.000 Ehrenamtlichen aktiv unterstützt.

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