Paritätischer Armutsbericht: Armut in Mecklenburg-Vorpommern sinkt minimal, bleibt aber auf hohem Niveau

Trotz eines leichten Rückgangs bleibt Armut in Mecklenburg-Vorpommern ein erhebliches Problem: Noch immer ist etwa jede sechste Person betroffen. Die Armutsquote liegt aktuell bei 16,8 Prozent und ist damit im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken (Armutsbericht 2025: 17,2 Prozent). Mecklenburg-Vorpommern liegt damit über dem Bundesdurchschnitt von 16,1 Prozent.

Der heute veröffentlichte Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbandes unter dem Titel „Wachsende Armut, schrumpfende Sicherheit“ zeigt erneut einen bundesweiten Anstieg der Armut und eine Kluft zwischen Regionen und Bevölkerungsgruppen. Bundesweit leben inzwischen 13,3 Millionen Menschen in Armut. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Frauen, Alleinerziehende, alleinlebende Menschen, Kinder und Familien mit geringem Einkommen, Menschen mit Behinderungen, Geflüchtete sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen. 

„Der leichte Rückgang der Armutsquote in Mecklenburg-Vorpommern ist zwar ein positives Signal, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Armut hierzulande weiterhin auf einem hohen Niveau verharrt und ein drängendes gesellschaftliches Problem darstellt“, sagt der Geschäftsführer des Paritätischen MV, Dieter Eichler. Die Folgen von Armut seien für viele Menschen im Alltag spürbar, etwa beim Einkauf, beim Heizen oder durch Verzicht auf gesellschaftliche Teilhabe. „Es braucht daher entschlossene Maßnahmen für gute Bildung, Arbeit, faire Löhne und eine verlässliche soziale Absicherung.“

Die aktuell kursierenden Kürzungspläne auf Bundesebene in der Jugendhilfe, in der Eingliederungshilfe, bei Rente und Krankenversicherung treffe wieder gerade die Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, mahnt der Paritätische Gesamtverband: „Jetzt immer neue Kürzungen zu diskutieren, schürt Angst und Unsicherheit. Das spielt Populisten und Extremisten in die Hände", erklärt Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes.

Ein wichtiger Punkt, Armut zu begegnen ist aus Sicht des Paritätischen MV die Investition in Bildung. „Wer Armut wirksam bekämpfen will, muss deshalb früh ansetzen“, fordert Dieter Eichler, „und zwar mit guter frühkindlicher Bildung in den Kitas, verlässlicher Förderung in den Schulen und gezielter Unterstützung für Jugendliche, die Gefahr laufen, den Anschluss zu verlieren.“ In Mecklenburg-Vorpommern verlässt inzwischen mehr als jeder zehnte junge Mensch die Schule ohne Abschluss, an den Berufsschulen bleibt etwa jeder Fünfte ohne Berufsabschluss.

Alarmierend ist laut Armutsbericht auch die Altersarmut: Mit 21,9 Prozent weist Mecklenburg-Vorpommern bundesweit die höchste Armutsgefährdungsquote bei über 65-Jährigen auf. „Armut entsteht durch niedrige Löhne, prekäre Erwerbsverläufe und fehlende Bildungsabschlüsse. Deshalb sind Investitionen in Bildung, gute Arbeit und soziale Sicherheit entscheidend, um Armut langfristig zu verhindern“, so Eichler. 

Der Paritätische Gesamtverband appelliert an die Politik, soziale Sicherheit nicht weiter auszuhöhlen: „Wer in der Krise den Sozialstaat weiter abbaut, der vertieft die Krise. Die Bundesregierung ist aufgefordert, diesen Kurs zu stoppen und endlich eine Politik zu machen, die Armut bekämpft statt verwaltet.“

Den Armutsbericht finden Sie auf der Website des Paritätischen Gesamtverbands: https://www.der-paritaetische.de

Pressestelle des Paritätischen Gesamtverbands: Claudia Cornelsen, Email: pr@paritaet.org, Telefon: 030 24636-305

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