Landesweite Gedenkveranstaltung für die Opfer der sog. NS-„Euthanasie“ und Zwangssterilisierungen

Anlässlich des bundesweiten Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar richtet der Landesverband Sozialpsychiatrie MV e.V. gemeinsam mit dem Pommerschen Diakonieverein e.V. die landesweite Gedenkveranstaltung in Mecklenburg-Vorpommern in Züssow aus.

Die Gedenkveranstaltung in Züssow steht unter dem Motto „erinnern, betrauern, wachrütteln!“

Alljährlich gedenken die Veranstalter in einem anderen Ort und in Zusammenarbeit mit u.a. anderen regionalen psychiatrischen Einrichtung Mecklenburg-Vorpommerns der Opfer der sog. NS-„Euthanasie“ und Zwangssterilisationen. Man wolle dadurch aufklären, mahnen und Impulse für heute wieder bedeutende sozialpolitische, sozialpsychiatrische sowie medizinisch-ethische Fragestellungen geben. Vor allem aber wolle man an die Menschen erinnern und ihnen wieder ein Gesicht, einen Namen oder zumindest die Erinnerung an ihr Leben und somit ihre Würde ein Stück weit zurückgeben.

Nach heutigen Erkenntnissen sind ca. 300000 Menschen mit psychischen Erkrankungen, mit geistigen oder anderen Behinderungen Opfer der NS-Vernichtungsprogramme geworden, ca. 400000 Menschen wurden zwangssterilisiert. Hintergrund war der Rassenwahn der NS-Diktatur auf der Basis eines menschenverachtenden Menschenbildes.

Die heutigen Diakonischen Einrichtungen in Züssow gelten als Nachfolge der ehemaligen Kückenmühler Anstalten, der Züllchower Anstalten und der Krüppelanstalten Bethesda (früher Innere Mission Stettin, heute Polen).

1940 wurden aus den Kückenmühler Anstalten an die 1.500 Bewohnerinnen und Bewohner deportiert. Für die meisten von ihnen bedeutete das den sicheren Tod, war doch ihr Leben als „unwert“ klassifiziert worden.

Den vollständigen Programmflyer finden Sie unter <link http: www.sozialpsychiatrie-mv.de>www.sozialpsychiatrie-mv.de. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen

Folgender Ablauf der Gedenkveranstaltung am 27.01.2018 ist geplant:

10.00 Uhr Beginn mit einer Andacht in der Züssower Kirche

Ca. 11.30 Uhr Anschließend im Hotel „Ostseeländer“ verschiedene Redebeiträge zu den Themen der

- Aufarbeitung der Geschehnisse und zum aktuellen Stand der Forschung,

- zum Tabubruch im Kontext der „schiefen Ebene“ und einer

- ethischen Betrachtung der Geschehnisse mit aktuellen sozialpolitischen Hintergründen.

um 15.00 Uhr wird der Opfer der NS-Zeit auf dem Gelände des Pommerschen Diakonievereins gedacht und mit einer Kranzniederlegung die Einweihung eines Mahnmals erfolgen.

Ihre Ansprechpartner - Koordination und Vorbereitungs-AG:

Sandra Rieck – Vorsitzende des Landesverbandes Sozialpsychiatrie M-V

Email: rieck@das-boot-wismar.de

Dr. Michael Bartels – Vorsteher Vorpommerscher Diakonieverein e.V.  

Email: Michael.Bartels@pommerscher-diakonieverein.de

Kristin Pomowski - Geschäftsführerin Landesverband Sozialpsychiatrie M-V

Email: <link>Kristin.Pomowski@sozialpsychiatrie-mv.de

Hier finden Sie <link file:13634 _blank download file>Pressemitteilung der Veranstalter.