Einigung zur Pflege: Mehr Personal und bessere Bezahlung - richtige Richtung aber nur Tropfen auf dem heißen Stein

Union und SPD haben sich in ihren Koalitionsverhandlungen auf Verbesserungen in der Alten- und Krankenpflege verständigt. Der Paritätische Mecklenburg-Vorpommern begrüßt die Maßnahmen für mehr Personal und eine bessere Bezahlung durch flächendeckende Tarifverträge, fordert aber weitere pflegepolitische Maßnahmen.

„Die angekündigten 8.000 zusätzlich geförderten Fachkraftstellen bundesweit sind in Bezug auf die Vielzahl von Einrichtungen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein“, sagt der Vorsitzende des Paritätischen Mecklenburg-Vorpommern, Friedrich Wilhelm Bluschke. „Mit 4,1 Prozent hat Mecklenburg-Vorpommern den höchsten Anteil Pflegebedürftiger in Deutschland, im Jahr 2030 sollen voraussichtlich bis zu 93.000 Menschen allein im Nordosten pflegebedürftig sein. Die stationären Einrichtungen sind nahezu ausgelastet und Nachwuchs für den Pflegeberuf zu finden, ist extrem schwierig.“

Flächendeckende Tarifverträge einzuführen sei ein Schritt in die richtige Richtung. „Wir brauchen mehr und besser bezahltes Personal. Um den Beruf attraktiver zu machen, benötigen wir angesichts der psychischen und physischen Belastung des Pflegepersonals auch entsprechende Rahmenbedingungen von Seiten des Arbeitgebers, wie flexiblere und familienfreundliche Arbeitszeiten“, so der Verbandsvorsitzende.  

Die Finanzierung der Pflege müsse solidarisch, zukunftsfest und gerecht gestaltet werden. „Vor diesem Hintergrund halten wir es für dringend geboten, den „Runden Tisch Pflege MV“ wieder zu aktivieren“, fordert Bluschke. Er wurde vor Jahren von der damaligen Sozialministerin Manuela Schwesig gegründet, um strategische Eckpunkte für eine „Pflegestrategie 2030“ für Mecklenburg-Vorpommern zu entwickeln. Der „Runde Tisch“ hatte seine Arbeit zwar aufgenommen, aber leider nicht fortgeführt.

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