„Das vor einem Jahr durch das Wirtschaftsministerium initiierte Projekt Bürgerarbeit lässt sich in Mecklenburg-Vorpommern wegen zu geringer Finanzausstattung nur schwer umsetzen und scheint daher nicht die Lösung gegen Langzeitarbeitslosigkeit zu sein“, sagt Christina Hömke, Geschäftsführerin des Paritätischen Mecklenburg-Vorpommern e.V.. Mit Hilfe dieses Programms sollte Langzeitarbeitslosen die Rückkehr ins sozialversicherungspflichtige Arbeitsleben erleichtert werden. Arbeitgeber erhalten dafür eine Pauschale für Sach- und Personalkosten von 6000 Euro. Voraussetzung ist jedoch eine Beschäftigung von mindestens 22 Monaten.
Die Kritik richtet sich aber auch an die Bundesregierung. „Die Jobcenter in Mecklenburg-Vorpommern bekommen in diesem Jahr fast 20 Millionen Euro weniger vom Bund. Diese Kürzungen wirken sich auch auf die Integrationsmaßnahmen aus, die die Jobcenter Langzeitarbeitslosen anbieten sollen“, so Hömke. Im Februar gab es nach Angaben des Arbeitslosenverbandes rund 800 Arbeitsgelegenheiten weniger, was einem Rückgang von 21 Prozent entspricht. „Die von den Jobcentern vermittelten Ein-Euro-Jobs waren häufig eine gute Möglichkeit, Langzeitarbeitslose zu motivieren. Mit sinnvoller Beschäftigung in sozialen Hilfsprojekten wie Möbelbörsen oder Kleiderkammern waren sie nicht mehr isoliert und konnten an der Gesellschaft teilhaben“, so Hömke. Diese Projekte seien massiv von den Kürzungen betroffen. Hilfeleistungen können nur noch eingeschränkt angeboten werden oder stehen sogar vor dem Aus.
„Wir fordern die Landesregierung auf, das Projekt Bürgerarbeit in Mecklenburg-Vorpommern finanziell besser auszustatten und sich auf Bundesebene für eine sachgerechte finanzielle Ausstattung der Jobcenter einzusetzen.“ Wir brauchen zeitnahe Lösungen für Langzeitarbeitslose und von Armut betroffene Menschen bei uns im Land. Das Versprechen der Landesregierung, sich für gute Arbeit und gute Löhne einsetzen zu wollen, darf nicht auf Beschäftigte beschränkt bleiben, die einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt haben.“
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