Der Paritätische: Nachwuchsgewinnung in der Pflege muss „Chefsache“ werden

Anlässlich des Internationalen Tages der Pflegenden am 12. Mai fordert der Paritätische Mecklenburg-Vorpommern, die Pflegeausbildung zur Chefsache zu machen. Für dauerhaft bessere Rahmenbedingungen in der Pflege muss auch das Land seinen Beitrag leisten.

Mehr als 100.000 Menschen sind in Mecklenburg-Vorpommern pflegebedürftig, Tendenz steigend. „Die Herausforderungen in der Pflege können wir nur meistern,  wenn ausreichend Nachwuchs ausgebildet wird und die Arbeitsbedingungen in der Pflege deutlich verbessert werden“, fordert der Vorsitzende des Paritätischen Mecklenburg-Vorpommern, Friedrich Wilhelm Bluschke. Zur Personalgewinnung müsse die Pflegeausbildung nachhaltig gestärkt werden, damit sowohl ausreichend Fachkräfte als auch qualifizierte Helfer zur Verfügung stehen, fordert er. Hier sieht er auch die Landesregierung in der Pflicht.

Laut Pflegereport der Bertelsmann Stiftung steigt die Zahl der Pflegebedürftigen in Mecklenburg-Vorpommern bis 2030 bereits um 56 Prozent. Zugleich nehme die Zahl derjenigen ab, die in der Pflege arbeiten. „Wenn wir jetzt nicht mobil machen, um mehr Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen, laufen wir sehenden Auges in eine Katastrophe“, so Bluschke. Dabei seien nicht nur attraktive Rahmenbedingungen für Auszubildende wichtig, sondern auch für Ausbilder, fordert er, denn diese müssen die Ausbildung möglich machen. Eine im Herbst letzten Jahres beim Land angesiedelte Koordinierungsstelle soll die Bildung von Kooperationen unter den Ausbildungsbetrieben stärken. „Eine  sinnvolle Maßnahme“, meint Bluschke, „allerdings spät eingerichtet und befristet zum Jahresende, denn dann laufen die bewilligten Bundesmittel aus. Hier brauchen wir die Initiative des Landes für eine kontinuierliche Unterstützung bei der Koordinierung der Pflegeausbildungen im Land“, fordert er.

Zusätzliche helfende Hände in Pflegeeinrichtungen seien jedoch schon heute unverzichtbar. „Ein angemessener Personalmix aus Fach- und Hilfskräften bedeutet einen Mehrwert für Pflegekräfte und Pflegebedürftige“, so der Verbandsvorsitzende. Letztlich gehe es um die tatsächlichen Belastungen am Arbeitsplatz, die häufig durch Personalmangel verursacht werden. „Für mehr Personal und am Ende bessere Rahmenbedingungen für alle, müssen wir in die Pflegeausbildung investieren. Es geht kein Weg dran vorbei: Nachwuchsgewinnung in der Pflege muss ‚Chefsache‘ werden.“

Der PARITÄTISCHE Mecklenburg-Vorpommern e.V.
Im PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverband, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. sind 210 gemeinnützige Organisationen und Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen. Sie sind in der Kinder,- Jugend- Familien- und Altenhilfe, in der sozialen und psychosozialen Versorgung, in der Behindertenhilfe, der Migrantenhilfe, der Aids-Hilfe, der Drogen- und Suchthilfe, Betreuung und Beratung von Langzeitarbeitslosen, in der Gesundheitsförderung sowie Selbsthilfe und Frei-willigendienste tätig. In den Einrichtungen und Diensten arbeiten ca.17.600 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, diese werden von etwa 5.000 Ehrenamtlichen aktiv unterstützt.

Pressekontakt:
Stephanie Böskens
Der Paritätische Mecklenburg-Vorpommern
Gutenbergstraße 1, 19061 Schwerin
Tel.: 0385 59221-16
Mobil: 0152 52765785
E-Mail: stephanie.boeskens@paritaet-mv.de
www.paritaet-mv.de