„Die Versorgung in einer guten sozialen Infrastruktur ist die Basis für die Menschen in den Dörfern und Städten und gerade in unserem ländlichen geprägten Bundesland von enormer Bedeutung“, sagt Dieter Eichler, Geschäftsführer des Paritätischen MV. In seiner Stellungnahme nannte Eichler beispielshaft die Versorgung von Kindern und Jugendlichen sowie Pflegebedürftiger.
„Sinkende Kinderzahlen dürfen kein Indiz dafür sein, Angebote in der Kinder- und Jugendarbeit einzuschränken“, so Eichler. Gerade in ländlichen Räumen brauchen Kinder und Jugendliche Räume und Zugang zu Freizeit- aber auch zu Beratungsangeboten. Das Land müsse außerdem in Präventionsmaßnahmen investieren, um frühzeitig auf Problemlagen reagieren zu können. Dazu gehöre insbesondere eine intensivere finanzielle Unterstützung im gesamten Bereich der Suchtprävention – gerade vor dem Hintergrund der Cannabis-Legalisierung.
Auch Angebote der Jugendherbergen und Schullandheime müssten von Seiten des Landes gesichert werden, damit Klassenfahrten und Jugendreisen weiterhin möglich sind. Eine Umfrage hatte ergeben, dass aufgrund hoher Kosten immer weniger Schulfahrten stattfinden. „Dabei ist jede Fahrt auch eine Investition in die Zukunft unserer Gesellschaft“, meint Eichler: Kinder und Jugendliche schulen im Miteinander ihre sozialen Kompetenzen, lernen Konflikte zu lösen und Verantwortung zu übernehmen. Diese Fähigkeiten sind essenziell für eine funktionierende Gesellschaft und später im Berufsleben.“
Mit Blick auf die Versorgung der älteren Generation verweist Eichler auf die Tagespflegen im Land, die als wichtiges Bindeglied dienen zwischen ambulanter und vollstationärer Pflege und zur Entlastung pflegender Angehöriger beitragen. „Aufgrund steigender Kosten können sich immer weniger Menschen dieses Unterstützungsangebot leisten.“ Das führe nicht nur zu einer Überlastung pflegender Angehöriger, sondern auch zu Schließungen von Tagespflegen, da ihre Auslastung nicht mehr wirtschaftlich sei. „Dieser Trend muss unbedingt gestoppt werden, um Versorgungslücken auszuschließen“, mahnt Eichler.
Die Pflege stehe insgesamt vor großen Herausforderungen. „Mit dem Pakt für Pflege haben sich alle Beteiligten für eine Weiterentwicklung der pflegerischen Strukturen in Mecklenburg-Vorpommern ausgesprochen. Das begrüßen wir ausdrücklich. Doch dieser Pakt ist nur realistisch umsetzbar, wenn die darin enthaltenen Maßnahmen finanziell unterlegt werden.“ Eichler verweist beispielhaft auf die finanzielle Ausstattung des Paktes für Pflege im Nahbarland Brandenburg: Diese hätten zu einer deutlichen Verbesserung der pflegerischen Infrastruktur geführt.
An welchen Stellen genau gekürzt werden soll, steht nicht abschließend fest. „Wir sind uns der schwierigen Haushaltslage bewusst“, sagt Dieter Eichler. Doch eine funktionierende soziale Infrastruktur sei unverzichtbar für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, für Teilhabe und soziale Sicherheit. „Gemeinsam mit den anderen Wohlfahrtsverbänden appellieren wir daher an Landesregierung und Landtag, rasch für Klarheit zu sorgen. Wir stehen für konstruktive Gespräche zur Verfügung, um gemeinsam tragfähige Lösungen für eine verlässliche soziale Infrastruktur zu finden.“
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