Der Paritätische MV: „Pflegende sind eine tragende Säule unserer Gesellschaft. Wir müssen in Ausbildung investieren.“

Der Internationale Tag der Pflege am 12. Mai ist allen Pflegenden gewidmet und soll die Wertschätzung für ihren Beruf und ihren Einsatz zum Ausdruck bringen. Der Paritätische Mecklenburg-Vorpommern dankt allen Pflegenden und fordert Verantwortliche in Politik und Gesellschaft auf, den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten, um den dringend notwendigen Nachwuchs zu gewinnen.

„Pflegekräfte sind eine tragende Säule unserer Gesellschaft“, sagt der Geschäftsführer des Paritätischen Mecklenburg-Vorpommern, Dieter Eichler. „Sie sind rund um die Uhr für kranke und hilfsbedürftige Menschen da. Für ihren Einsatz, ihre Geduld und ihr Einfühlungsvermögen verdienen sie höchste Anerkennung.“ Der Arbeitskräftemangel in der Pflege stelle eine riesige Herausforderung dar. „Er führt zur Überbelastung der vorhandenen Pflegekräfte, was sowohl ihre eigene Gesundheit als auch die Qualität der Patientenversorgung beeinträchtigen kann“, so Eichler. Trotz aller Herausforderung sei der Pflegeberuf aber nicht nur anspruchsvoll, sondern auch erfüllend: „Als Pflegekraft hilft man ja nicht nur Menschen in ihrem Alltag, man ist auch eine wichtige Stütze und Vertrauensperson. Da kommt viel Dankbarkeit, viel Positives zurück.“

Mehr als 120.000 Menschen sind laut Statistischem Landesamt in Mecklenburg-Vorpommern pflegebedürftig. Die Zahl der Menschen, die professionelle Pflegeleistungen in Anspruch nehmen, nimmt deutlich zu. Gleichzeitig verlassen viele Beschäftigte in den nächsten Jahren altersbedingt die Pflegebranche: Allein in der stationären Altenpflege fallen bei einem Renteneintrittsalter von 65 Jahren bis 2035 zwischen 4.000 bis 5.000 Vollzeitkräfte weg (ambulant: etwa 6.000) und müssen ersetzt werden, um das Beschäftigungsvolumen konstant zu halten, so das Ergebnis einer Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Nord zum Beschäftigungsbedarf in der Pflege Mecklenburg-Vorpommerns. Pro Jahr müssten danach im stationären Bereich etwa 300 Vollzeitkräfte rein altersbedingt nachbesetzt werden, im ambulanten Bereich zusätzlich fast 400 Vollzeitkräfte. Der Bedarf der Pflege im Krankenhaus ist dabei nicht berücksichtigt.

„Realistisch betrachtet, werden viel mehr Pflegekräfte fehlen, da viele nicht bis zum offiziellen Renteneintritt ihren Beruf ausüben“, so Eichler. Vor diesem Hintergrund müssten bis 2035 eher 17.000 bis 22.000 Pflegekräfte ersetzt werden, so das Fazit der Analyse.

„Es sind große Anstrengungen nötig, um den Personalbedarf decken zu können. Ein Schlüssel zur Lösung des Problems ist die Ausbildung von Fach- und Hilfskräften“, meint Dieter Eichler.  „Wir müssen uns als Gesellschaft gemeinsam bemühen, eine bessere Zukunft für diese Berufsgruppe zu gestalten. „Für mehr Personal und am Ende bessere Rahmenbedingungen für alle müssen wir in die Pflegeausbildung investieren. Daran geht kein Weg vorbei.“

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