Der Paritätische MV fordert verlässliche Sozialplanung für wirksame Unterstützung und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen

Anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember fordert der Paritätische MV eine verlässliche Sozialplanung für eine wirksame Unterstützung und Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen.

„Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern nach wie vor keine Sozialplanung, die weiße Flecken in den Angeboten der Eingliederungshilfe markiert und für verlässliche Rahmenbedingungen für die Menschen sorgt“, kritisiert der Geschäftsführer des Paritätischen MV, Dieter Eichler. Während in der Pflege Sozialpläne die Grundlage für strategisches Handeln und die Sicherung von Versorgungsstrukturen bilden, gibt es im Bereich der Eingliederungshilfe bislang keine vergleichbaren Ansätze. Das führe zu einem zunehmenden Ungleichgewicht zwischen den Bedarfen von Menschen mit Beeinträchtigungen und den vorhandenen Angeboten – besonders in ländlichen Räumen.

Insbesondere die ländlichen Räume bekämen in den kommenden fünf Jahren ein riesiges Problem, weil zunehmend Fachkräfte fehlten: „Die Personalsituation in der Eingliederungshilfe ist heute schon auf Kante genäht“, so Eichler. In Zukunft drohe daher ein Abbau von Leistungen und Angeboten. „Leidtragende sind wieder einmal die Betroffenen und ihre Angehörigen, die vielerorts ohne ausreichende Unterstützung dastehen.“ Ein Beispiel seien bereits heute die fehlenden Beratungsangebote. Die seien in Mecklenburg-Vorpommern in den vergangenen Jahren immer weiter eingespart worden. Die wenigen noch verbliebenen Beratungsstellen seien überlastet und könnten den Bedarf nicht angemessen decken.

Der Paritätische MV fordert daher eine proaktive Sozialplanung, die sich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen orientiert. „Ziel muss es sein, wohnortnahe Unterstützungsangebote zu sichern sowie Strategien zur Gewinnung und Bindung von Fachkräften im Bereich der Eingliederungshilfe zu erarbeiten“, fordert Eichler. 

„Teilhabe, Selbstbestimmung und Inklusion sind Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Sie erfordern aber auch konkrete Maßnahmen. Eine transparente Bedarfsanalyse, die als Grundlage für langfristige Entscheidungen dient, wäre ein guter und absolut notweniger Anfang.“

Rund 6.000Menschen mit Beeinträchtigungen werden in den Einrichtungen der Behindertenhilfe unter dem Dach des Paritätischen MV unterstützt und begleitet. Der größte Teil der insgesamt 210 Mitgliedsorganisationen engagiert sich landesweit in der Behindertenhilfe, angefangen von Einrichtungen in der Kinder- Jugend – und Familienhilfe, der inklusiven Kita, in Schule und Hort, bei Freizeit- und Sportangeboten, in Werkstätten und Wohnangeboten. Als Dachverband vertritt der Paritätische die Interessen von Menschen mit Behinderungen.

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