Zwei Stunden lang ging es im Schweriner Haus der Begegnung um Herausforderungen und Lösungsansätze für eine zukunftsfähige soziale Infrastruktur.
Neben den Landtagskandidierenden im Podium hatten wir Vertreterinnen und Vertreter unserer Mitgliedsorganisationen zum Praxischeck eingeladen. Denn sie sind es, die tagtägliche politische Entscheidungen in die Praxis umsetzen und konkret schildern konnten, wie soziale Arbeit unter den Rahmenbedingungen funktioniert, oder auch nicht funktioniert, und welche Bedarfe die von ihnen betreuten, gepflegten oder versorgten Menschen haben.
Im Mittelpunkt standen dabei die drei zentralen Fokusthemen aus unserem Positionspapier zur Landtagswahl:
1. Strategische Sozialplanung statt sozialpolitischem Blindflug
Eine verlässliche soziale Infrastruktur braucht eine langfristige, vorausschauende und bedarfsgerechte Planung. Sozialpolitische Entscheidungen sollten sich an den tatsächlichen Bedarfen der Menschen im Land orientieren und gemeinsam mit den Trägern der sozialen Arbeit entwickelt werden.
2. Eine Arbeits- und Fachkräftestrategie als Schlüssel für eine verlässliche soziale Infrastruktur
Der zunehmende Fach- und Arbeitskräftemangel stellt soziale Einrichtungen und Dienste bereits heute vor große Herausforderungen. Um die soziale Daseinsvorsorge auch zukünftig sicherzustellen, braucht es deshalb eine langfristig angelegte Strategie, die gute Arbeitsbedingungen schafft, Fachkräfte gewinnt und bindet und die sozialen Berufe stärkt.
3. Entbürokratisierung: Mehr Zeit für Menschen, weniger Zeit für Formulare
Die Träger der sozialen Arbeit benötigen mehr Handlungsspielräume und weniger bürokratische Belastungen. Zeit und Ressourcen, die derzeit für umfangreiche Dokumentations-, Nachweis- und Verwaltungsanforderungen aufgewendet werden, fehlen in der unmittelbaren Arbeit mit den Menschen. Ziel muss es daher sein, Vertrauen zu stärken und bürokratische Anforderungen auf das notwendige Maß zu reduzieren.
Im Austausch wurde deutlich: Alle beteiligten Parteien erkennen die zentrale Bedeutung einer leistungsfähigen sozialen Infrastruktur für die Zukunft unseres Landes an. Zugleich bestand Einigkeit darüber, dass es einen Perspektivwechsel braucht – weg von Misstrauen und immer neuen Kontrollmechanismen, hin zu mehr Vertrauen in die Kompetenz und Verantwortung der Träger der sozialen Arbeit.
Diese gemeinsame Einschätzung ist ein wichtiges Signal. Denn eine stabile soziale Infrastruktur entsteht dort, wo Politik und Praxis miteinander im Gespräch sind, Verantwortung teilen und gemeinsam nach tragfähigen Lösungen suchen.
Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für den offenen, konstruktiven und sachorientierten Austausch und freuen uns darauf, den Dialog auch über die Veranstaltung hinaus fortzusetzen.
Unser Positionpapier zur Landtagswahl finden Sie hier.