Nico Conrad übernimmt Verbandsvorsitz
Mit der Wahl von Nico Conrad übernimmt ein langjährig in der Wohlfahrt engagierter Sozialpolitiker die ehrenamtliche Leitung des Verbandes. Hauptamtlich ist Conrad Vorstand des Landesverbandes der Volkssolidarität Mecklenburg-Vorpommern. Die Mitgliederversammlung wählte ihn für eine Amtszeit von vier Jahren.
In seiner Antrittsrede betonte Conrad die Bedeutung eines engen Zusammenwirkens von Politik, Verwaltung und freier Wohlfahrtspflege bei der Bewältigung der aktuellen gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen. Die Mitgliedsorganisationen des Paritätischen MV seien täglich unmittelbar mit den Folgen politischer Entscheidungen konfrontiert und verfügten über umfangreiche Praxiserfahrungen. Diese Expertise müsse stärker und verbindlicher in politische Entscheidungsprozesse einbezogen werden.
Conrad sprach sich für eine Beteiligungskultur aus, die über formale Anhörungsverfahren hinausgeht und die Erfahrungen von Fachkräften und Einrichtungen systematisch berücksichtigt. Nur durch eine frühzeitige Einbindung der Praxis könnten tragfähige gesetzliche Regelungen und wirksame politische Maßnahmen entwickelt werden.
Strategische Sozialplanung als Grundlage politischer Entscheidungen
Schwerpunkt der Mitgliederversammlung mit rund 130 Gästen aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft waren neben der Wahl von Vorstand und Revisoren die aktuellen Herausforderungen in der sozialen Arbeit vor dem Hintergrund geplanter massiver Kürzungen sowie die Verbandspositionen zur Landtagswahl. Vor dem Hintergrund angespannter öffentlicher Haushalte und angekündigter Kürzungen in verschiedenen Förderbereichen forderte der Paritätische MV erneut eine strategische Sozialplanung. Es bedürfe einer gemeinsamen, daten- und bedarfsorientierten Planung, um vorhandene Ressourcen zielgerichtet einzusetzen, forderte Geschäftsführer Dieter Eichler. Ziel müsse es sein, tatsächliche Bedarfe frühzeitig zu erkennen, Versorgungslücken zu vermeiden und soziale Angebote möglichst unbürokratisch und wirksam zu gestalten. Soziale Arbeit sei eine unverzichtbare Grundlage für gesellschaftlichen Zusammenhalt und soziale Teilhabe. Kürzungen in zentralen Bereichen der sozialen Infrastruktur würden nicht nur Träger und Einrichtungen belasten, sondern insbesondere die Menschen treffen, die auf Unterstützung angewiesen sind.
Sozialpolitische Positionen zur Landtagswahl und „Rote Karte“-Aktion
Der Paritätische MV stellte seine sozialpolitischen Positionen zur Landtagswahl vor. Mit Blick auf die am Folgetag stattfindende Ministerpräsidentenkonferenz zeigten die Teilnehmenden der Politik die „Rote Karte“. Die Aktion richtete sich gegen geplante Kürzungen und Reformvorhaben, die aus Sicht des Verbandes die Leistungsfähigkeit sozialer Dienste und Einrichtungen gefährden könnten. Sie machten deutlich, dass soziale Arbeit keine freiwillige Zusatzleistung, sondern ein wesentlicher Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge ist. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Unsicherheiten komme ihr eine besondere Bedeutung für den Zusammenhalt der Gesellschaft zu.
Würdigung von Friedrich Wilhelm Bluschke
Im Anschluss an die Mitgliederversammlung wurde Friedrich Wilhelm Bluschke feierlich verabschiedet. Während seiner 13-jährigen Amtszeit prägte er die Entwicklung des Paritätischen Mecklenburg-Vorpommern maßgeblich und setzte sich konsequent für soziale Gerechtigkeit, Teilhabe und die Interessen der Mitgliedsorganisationen ein.
„Während seiner Amtszeit verstand es Bluschke stets, die Interessen der vielfältigen Mitgliedschaft zusammenzuführen und den Paritätischen als starke Stimme für soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu positionieren. Sein diplomatisches Geschick, seine verbindende Art und seine Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven miteinander in Einklang zu bringen, machten ihn zu einem geschätzten Ansprechpartner innerhalb des Verbandes ebenso wie auf politischer Ebene“, würdigt Nico Conrad seinen Vorgänger.
Sozialministerin Stefanie Drese würdigte Bluschke in ihrer Laudatio als Vorsitzenden mit “ruhiger Hand und klarem Kompass und einem tiefen Verständnis für die Nöte und Sorgen der Menschen” und dankte ihm für sein großartige Engagement “im Dienst der Solidarität in Mecklenburg-Vorpommern”.
Auch der Chef der Staatskanzlei, Patrick Dahlemann sowie SPD Fraktionschef Julian Barlen würdigten Bluschkes Engagment und dankten ihm. Mit offenem Ohr, klarer Haltung und großem Engagement für Pflege, Gesundheit, Kultur, Inklusion und gesellschaftlichen Zusammenhalt habe er Mecklenburg-Vorpommern geprägt wie nur wenige.
Für seine langjährigen Verdienste wurde Friedrich Wilhelm Bluschke mit der Ehrenmedaille des Paritätischen Gesamtverbandes ausgezeichnet.
Ausblick
Der Paritätische MV wird sich auch weiterhin für verlässliche Rahmenbedingungen sozialer Arbeit, die Beteiligung der Praxis an politischen Entscheidungen und den Erhalt einer leistungsfähigen sozialen Infrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern einsetzen. Neben dem neuen Vorsitzenden wurde auch der Vorstand sowie die Revioren neu gewählt.
Unser Vorstand
Der Vorstand nimmt alle vereinsrechtlichen Führungsaufgaben des Landesverbandes wahr. Er setzt sich aus dem Vorsitzenden, zwei Stellvertreter*innen und sechs weiteren Vorstandsmitgliedern zusammen. Der Vorstand wurde auf der Mitgliederversammlung im Juni 2026 für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt.
Vorsitzender: Nico Conrad
Stellvertreterin: Kristina Timmermann
Stellvertreter: Matthias Wähner
Weitere Vorstandsmitglieder
Marten Brockmann
Katrin Herzberg
Paul Weier
Nils Wöbke
Zwei Vorstandsmitglieder stellten sich nicht mehr zur Wahl: Hans-Heinrich Ehrke und Rolf-Dieter Küster. Der Vorstand dankte den beiden für ihr Engagement. Rolf-Dieter Küster wurde auf Vorschlag seines Vereins für sein außergewöhnliches Engagement für die Belange von Menschen mit Behinderungen geehrt.
Als Reviosoren wurden Ute Bartels und Bernd Preuß gewählt.