In Mecklenburg-Vorpommern leben derzeit mehr als 40.000 Menschen mit einer demenziellen Erkrankung. Aufgrund der demografischen Entwicklung ist von einer weiteren Zunahme der Zahl der Betroffenen in den kommenden Jahrzehnten auszugehen. Damit gewinnt die systematische Weiterentwicklung demenzsensibler Strukturen in Gesundheit, Pflege, Kommune und Gesellschaft weiter an Bedeutung.
Der Demenzplan soll eine gemeinsame fachliche Grundlage schaffen, um bestehende Angebote weiterzuentwickeln, Akteure stärker zu vernetzen und Versorgungslücken zu identifizieren. Ziel ist es, die Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Demenz zu stärken und zugleich Nahestehende und professionell Versorgende zu unterstützen.
Erarbeitung unter Einbeziehung verschiedener Fach- und Erfahrungsperspektiven
Der Landes-Demenzplan wurde im Rahmen des Pakts für Pflege initiiert. Die Erarbeitung erfolgte unter Koordination des Sozialministeriums und der Landesfachstelle Demenz Mecklenburg-Vorpommern, die bei der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, angesiedelt ist.
Der Demenzplan umfasst zehn miteinander verbundene Handlungsfelder:
- Aufklärung und Sensibilisierung
- Gesundheitsförderung und Prävention
- Ganzheitliche Versorgung
- Information, Beratung und Unterstützung
- Unterstützung für Nahestehende
- Wohnen
- Kommunale Teilhabe
- Netzwerkarbeit
- Menschen mit Demenz im Krankenhaus
- Monitoring sowie Grundlagen- und Versorgungsforschung
Damit geht der Ansatz über die medizinische und pflegerische Versorgung hinaus. Auch Prävention, Angehörigenunterstützung, Wohnbedingungen, kommunale Teilhabe und eine demenzsensible Krankenhausversorgung werden berücksichtigt.
Der Demenzplan wurde im Rahmen des Pakts für Pflege unter Koordination des Sozialministeriums und der Landesfachstelle Demenz Mecklenburg-Vorpommern erarbeitet. Beteiligt waren unter anderem Fachleute aus Gesundheit und Pflege, Kommunen, Wissenschaft sowie Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen.
Der Plan baut auf bestehenden Strukturen auf. Dazu gehören insbesondere das Demenzmonitoring im Landespflegeplan, der Demenzkompass, der Runde Tisch gegen Einsamkeit im Alter, der Geriatrieplan und der wissenschaftliche Expertenbeirat „Herausforderung Demenz“.
Eine wichtige Rolle spielt die Verbindung von Forschung und Versorgung. Mecklenburg-Vorpommern verfügt mit dem DZNE-Doppelstandort Rostock/Greifswald sowie den Hochschulen in Neubrandenburg und Stralsund über entsprechende wissenschaftliche und anwendungsorientierte Kompetenzen.
Ziel ist es, Forschungsergebnisse stärker in die Versorgung zu übertragen und zugleich die Erfahrungen von Menschen mit Demenz, ihren Familien und professionell Versorgenden in die Weiterentwicklung von Forschung und Angeboten einzubeziehen.
Der Landes-Demenzplan bildet damit eine gemeinsame fachliche Grundlage für die weitere Vernetzung und Weiterentwicklung der Demenzversorgung in Mecklenburg-Vorpommern.
Der Demenzplan Mecklenburg-Vorpommern kann auf der Website des Sozialministeriums heruntergeladen werden. Ausführliche Informationen zum Thema Demenz und Möglichkeiten zur Unterstützung finden Sie auf der Website der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, Landesverband MV.