„Ein weiteres Mal versäumt das Land, durch eine bessere Personalausstattung in die Qualität von Kindertagesstätten zu investieren“, kritisiert der Geschäftsführer des Paritätischen MV den Gesetzentwurf. Die sinkende Geburtenrate führe zu rückläufigen Belegungszahlen. „Das müssen wir doch als Chance nutzen für eine bessere Ausstattung von Personal, statt Personal zu entlassen“, fordert Eichler in der Pressemitteilung.
Sinkende Kinderzahlen führten bereits zu Entlassungen von Personal. Es sei daher entscheidend, Fachkräften zeitnah sichere Beschäftigungsmöglichkeiten in den Kindertagesstätten zu bieten. Ohne entsprechende kurzfristige Regelungen drohen nach Einschätzung des Verbandes weitere Entlassungen bis hin zu Kita-Schließungen. „Durch rückläufige Belegungszahlen infolge sinkender Geburtenraten sind auch Einsparungen für die Leistungsträger zu erwarten. Diese Mittel sollten gezielt zur Sicherung von Arbeitsplätzen im pädagogischen Bereich eingesetzt werden“, fordert der Chef des größten Dachverbandes von Kindertageseinrichtungen in freier Trägerschaft.
Die 5. KiFöG-Novelle soll den Anspruch auf Ganztagsförderung für Grundschulkinder in das bestehende Gesetz implementieren. Tatsächlich sind von den Änderungen nicht nur der Hort, sondern auch Krippe und Kita gleichermaßen betroffen. „Wir geben zu bedenken, dass es zu einer Verschiebung des Anteils der Ganztagsförderung zur Teilzeitförderung kommen wird. Im Zusammenhang mit dem Wegfall der bislang vorgegebenen Soll-Öffnungszeit von zehn Stunden hat dies Auswirkungen auf die Struktur der Kita Angebote“, so Eichler. „Weniger Kinder, weniger Personal, weniger Öffnungszeiten“, bringt er es auf den Punkt. Die Auswirkungen des Gesetzentwurfes würden dabei vor allem kleine Einrichtungen und solche in ländlichen Regionen treffen.
Der Paritätische MV regt eine klare Positionierung im Forum „Gute Kita 2030“ an. Ziel müsse es sein, kurzfristige Lösungen entweder über den Landesrahmenvertrag (LRV KiföG) oder im Rahmen des Gesetzgebungsprozesses zur fünften Änderung des KiföG zu verankern. Der Verband appelliert an die politischen Entscheidungsträger, schnell zu handeln, um die Qualität der frühkindlichen Bildung zu sichern und den Fachkräften in den Kitas verlässliche Perspektiven zu bieten.