Im Mittelpunkt des Bundesprogramms steht dabei die Förderung von Projekten, die das interkulturelle Zusammenleben vor Ort in den Städten, Kommunen und im ländlichen Raum nachhaltig verbessern, den Spracherwerb begleiten, Teilhabe ermöglichen und zum gemeinsamen, freiwilligen Engagement ermutigen.
In den Projekten sollen vertrauensvolle soziale Beziehungen entstehen, die gelingende Integration und ein tolerantes und solidarisches Miteinander vor Ort ermöglichen. Dieses bildet die Basis für einen starken Zusammenhalt in der Gesellschaft, wie ihn das Bundesprogramm versteht und fördert: Als ein Gemeinwesen, dem sich alle Menschen verbunden fühlen, das Teilhabe ermöglicht, in dem Vielfalt Akzeptanz findet und demokratische Werte gelebt werden. Die Projekte eröffnen Räume für gemeinsame Aktivitäten und die Chance, sich gegenseitig kennen, akzeptieren und wertschätzen zu lernen und flankieren den Spracherwerb. Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte für gesellschaftliches Engagement zu gewinnen, und somit das Ehrenamt zu stärken, sind ebenfalls wichtige Elemente des Bundesprogramms.
Das Programm hat vier inhaltliche Schwerpunkte:
1. Mit gutem Beispiel voran – gelungene Integrationsarbeit sichtbar machen:
Projekte, die öffentlichkeitswirksame Maßnahmen im Hinblick auf eine positive Blickrichtung vielfältiger Perspektiven, Erfahrungen und Erfolgsgeschichten bieten und einen bewussten Umgang mit Vielfalt und Diversität fördern; Die die Sichtbarmachung mitgebrachter und erworbener Kompetenzen von Menschen mit Migrationshintergrund sowie ihr Engagement und ihre positiven Beiträge zur Gesellschaft in den Fokus stellen, und, die sich gezielt mit Falschnachrichten und Verschwörungsmythen auseinandersetzen und dabei unterstützen, diese zu erkennen, zu verstehen und Strategien der Gegenrede aufzuzeigen.
2. Stärkung der Zivilgesellschaft – gemeinsam mehr erreichen:
Projekte, die Menschen mit und ohne Migrationshintergrund dazu ermutigen, sich aktiv in die Gemeinschaft einzubringen und freiwillig zu engagieren. Dabei zeigen sie Möglichkeiten auf, in welch vielfältiger Weise dies umsetzbar ist, Die speziell Jugendliche und junge Erwachsene mit und ohne Migrationshintergrund gemeinsam an Möglichkeiten der aktiven und gleichberechtigten Teilhabe am sozialen Leben und an Freiwilligenarbeit vor Ort heranführen, um freiwilliges Engagement in den Vereinen und Organisationen auch zukünftig sicherzustellen und zukunftsfähig zu machen; Die sich mit der Frage beschäftigen, wie freiwilliges Engagement flexibler und zeitgemäßer organisiert und gestaltet werden kann. Die sich mit der Entwicklung von lokalen Handlungsstrategien im Umgang mit Herausforderungen und Anfeindungen von Engagierten befassen und die die Sprach- und Handlungsfähigkeit von Engagierten fördern. Die neue Formen der Zusammenarbeit entwickeln und etablieren sowie lokale Netzwerkarbeit fördern; Die Kooperationen zwischen Migrantenorganisationen und etablierten Vereinen der Zivilgesellschaft in den Blick nehmen; die das vertrauensvolle Miteinander vor Ort und eine demokratische Debattenkultur fördern und verbessern, um einen Beitrag zur Stärkung des Vertrauens in Mitmenschen sowie in gesellschaftliche und politische Institutionen zu leisten.
3. Für Vielfalt und Toleranz - Gegen Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus:
Projekte, die über Diskriminierungsformen und –ebenen sowie über Rassismus und Antisemitismus aufklären und dafür sensibilisieren; Die auf eine Erhöhung der öffentlichen Aufmerksamkeit und Sensibilisierung für Gleichstellung und Gleichwertigkeit auf allen gesellschaftlichen Ebenen sowie auf eine öffentlichkeitswirksame Auseinandersetzung mit Diskriminierung, (Alltags-) Rassismus und Antisemitismus abzielen; Die mit kreativen Formaten den interkulturellen und interreligiösen Dialog fördern. Die die Entwicklung und Förderung von Empowermentstrategien sowie die Stärkung der Sprach-undHandlungssicherheit von Menschen mit Diskriminierungs- und Rassismuserfahrung zum Ziel haben; Die Wege aufzeigen, wie einerseits mit Diskriminierungserfahrungen umgegangen und wie andererseits in wirksamer Weise auf Diskriminierungen hingewiesen werden kann; Die gezielt Begegnungs- und Austauschmöglichkeiten zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund initiieren, um ein vorurteilsfreies Miteinander sowie den Abbau von Vorurteilen zu fördern.
4. Projektarbeit als flankierende Maßnahme zum Integrationskurs:
Projekte deren Maßnahmen sich speziell an Teilnehmende von Integrationskursen richten und ihnen helfen, Kontakte zur Aufnahmegesellschaft zu knüpfen; Die den Teilnehmenden ermöglichen, die im Integrationskurs erlernten Sprachkompetenzen durch den alltäglichen Austausch (keine Schulungsangebote) und die aktive Interaktion mit deutschsprechenden Personen zu pflegen und zu erweitern.
Fördermodalitäten:
Maximale Fördersumme: 70.000 Euro jährlich
Maximale Projektlaufzeit: Drei Kalenderjahre (bis zu 36 Monate)
Einbringung von Eigenmitteln: mindestens 10 Prozent
Die Projekte können ausschließlich im Wege einer Anschubfinanzierung gefördert werden. Nicht gefördert werden können, Projekte, die bereits begonnen haben oder die einen Schwerpunkt auf der Durchführung von Sprachkursen, Integration in den Arbeitsmarkt, Sport, Migrationsberatung und Beratung im Sinne des Case-Managements oder Gesundheitsmanagements haben, und Projekte, die während des Schulbetriebs stattfinden. Ebenso sehen wir von einer Förderung regelmäßiger Angebote der Sozialarbeit ab.
Achtung: Anders als in den vergangenen Jahren müssen paritätische Träger Interessensbekundungen nicht wie gewohnt über die Zentralstelle, sondern direkt beim BAMF einreichen. Wir bitten Sie daher auch bei Rückfragen direkt mit dem BAMF in Kontakt zu treten.
Alle Infos zum Interessenbekundungsverfahren können hier angesehen werden
Alle Infos zum Bundesprogramm "Gesellschaftlicher Zusammenhalt – Vor Ort. Vernetzt. Verbunden." (BGZ) inkl. Kontaktdaten können hier angesehen werden