Soziale Dienste sollen nicht unter Corona-Schutzschirm fallen – LIGA fürchtet Zusammenbruch der sozialen Infrastruktur

In einer Pressemitteilung hat die LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Mecklenburg-Vorpommern e.V. heute auf die Information reagiert, dass soziale Dienste wider Erwarten nicht unter den Corona-Schutzschirm der Bundesregierung fallen, der am Montag vom Bundeskabinett beschlossen werde soll. Damit drohe sozialen Einrichtungen innerhalb kürzester Zeit die Insolvenz.

Steffen Feldmann, Vorsitzender der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Mecklenburg-Vorpommern kritisiert: „Die Einrichtungen und Dienste der Freien Wohlfahrtspflege werden vom geplanten ‚Schutzschirm‘ der Bundesregierung nicht berücksichtigt. Diese nimmt offensichtlich in Kauf, dass in den kommenden Wochen Anbieter zentraler sozialer Dienstleistungen - von der Altenhilfe über Kita, Reha-Einrichtungen, Beratungs- und Hilfsangebote für benachteilige Menschen bis zu Werkstätten für Menschen mit Behinderung in die Insolvenz gehen müssen. Sie haben keine ausreichenden Rücklagen, weil sie gemeinnützig sind und generieren im Moment wegen der Corona-Pandemie keine Einnahmen.“

Auch Kurzarbeit greife für die meisten von ihnen nicht. Können sie nicht weiter ihre Dienste leisten, so bräche die soziale Infrastruktur in Mecklenburg-Vorpommern zusammen - auch für die Zeit nach der Corona-Krise. „Viele Menschen sind und bleiben auf die Hilfe unserer Einrichtungen und Dienste angewiesen.
„Die Menschen fühlen sich im Stich gelassen. Die Bundesregierung missachtet somit auch die enormen Anstrengungen unserer Einrichtungen und Dienste, um aktuell vor Ort pragmatische Lösungen zu finden und weiterhin für die Menschen da zu sein.“ so Feldmann.

Die LIGA warnt vor einer Insolvenzwelle sozialer Einrichtungen und letztlich auch um das Fortbestehen unseres Sozialstaates und steht für schnelle konstruktive Gespräche zur Findung einer Lösung zur Verfügung.