Paritätischer fordert von Landesregierung klares Bekenntnis zur Unterstützung der Wohlfahrtspflege

Der Paritätische Mecklenburg-Vorpommern fordert vom heutigen Gesundheitsgipfel ein klares Bekenntnis von der Landesregierung zur Unterstützung der sozialen Einrichtungen und Dienste im Land.

„Nicht nur die Wirtschaft ist massiv von den Folgen der Corona-Ausbreitung betroffen, auch die gemeinnützigen Träger der Wohlfahrtspflege“, schreibt der Vorsitzende des Paritätischen Mecklenburg-Vorpommern, Friedrich Wilhelm Bluschke heute in einem Brief an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Der Verband befürchtet unabsehbare Folgen für die Versorgung der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern und fordert ein Hilfspaket analog zu dem der Wirtschaft. 

Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern hat ein 100-Millionen-Euro-Sofortprogramm sowie weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaftsbetriebe beschlossen. Nicht berücksichtigt sind dabei die Träger der Einrichtungen und Dienste der freien Wohlfahrt. „Auch hier bleiben Klienten aus, Einrichtungen müssen geschlossen werden und Leistungen können durch Personalnot nicht erbracht werden. Diese Umstände führten auch bei den Trägern der Freien Wohlfahrtspflege zu schlagartigen Umsatzeinbrüchen.“

In vielen notwendigen und systemrelevanten Arbeitsfeldern im Gesundheits- und Sozialsektor seien Liquiditätsengpässe zu verzeichnen. Betroffen ist nahezu das gesamte Spektrum sozialer Arbeit - von der Tagespflege bis zur Frühförderung, von der Kinder- und Jugendhilfe bis zur Gemeindepsychiatrie, von den Jugendherbergen und Gruppenunterkünften bis zu den Reha-, Kur- und Erholungseinrichtungen, um nur einige zu nennen.  

„Gemeinnützige Träger dürfen anders als kommerzielle Anbieter kaum Risikorücklagen bilden und sind für Schließungen oder Ausfallzeiten strukturell nicht ausgerichtet“, sagt der Verbandsvorsitzende. „Viele Vereine sehen sich in einer existenzbedrohenden Lage.“ Dies verunsichere nicht zuletzt auch die Beschäftigen in der Freien Wohlfahrtspflege - in Mecklenburg-Vorpommern sind dies gut 55.000 Menschen - davon mehr als 16.000 Beschäftigte alleine unter dem Dach des Paritätischen Mecklenburg-Vorpommern.

„Wir appellieren eindringlich an die Landesregierung, ein deutliches Signal an die zahlreichen Vereine der Freien Wohlfahrtspflege zu senden, dass sie in dieser schwierigen Zeit nicht alleine gelassen werden“, fordert Bluschke. „Darüber hinaus brauchen wir ein Sofort-Programm mit konkreten Maßnahmen und finanziellen Hilfen.“ Sollte schnelle und unbürokratische Hilfe der Landesregierung ausbleiben, werden viele gemeinnützige Träger, Dienste und Einrichtungen innerhalb kürzester Zeit vor der Zahlungsunfähigkeit stehen. Dies hätte unabsehbare Folgen für die Versorgung der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern, für den sozialen Frieden, aber auch für den Erhalt der sozialen Einrichtungen und Dienste nach der Pandemie.