Mitgliederversammlung des Paritätischen MV: Verband verabschiedet langjährige Geschäftsführerin und begrüßt Nachfolger

Der Paritätische Mecklenburg-Vorpommern hat auf seiner Mitgliederversammlung am 28. Juni in Güstrow seine langjährige Geschäftsführerin verabschiedet: Nach 33 Jahren gab Christina Hömke die Leitung des Verbands in neue Hände.

Mission: Menschen eine Stimme geben, die keine Lobby haben
Mit der Gründung des Landesverbandes im Oktober 1990 übernahm Christina Hömke die Geschäftsführung. In einer Zeit des Aufbruchs sei auch sie aufgebrochen mit der Mission, Menschen, die keine Lobby haben, eine Stimme zu geben, würdigte Marten Brockmann, Mitglied des Vorstands, die Verdienste von Christina Hömke: „Bis heute haben Sie die Geschicke des Verbands mit großem Einsatz und außerordentlicher Kompetenz gelenkt. Sie haben den Paritätischen MV zu einem bedeutenden Akteur in der sozialen Landschaft von Mecklenburg-Vorpommern gemacht. Wir möchten uns für ihre herausragende Arbeit und ihr unermüdliches Engagement ganz herzlich bedanken und wünschen Ihnen für den wohlverdienten Ruhestand alles Gute."

Sozialministerin Drese würdigt Hömke und den Paritätischen MV als geschätzten Partner in der Wohlfahrtspflege
Auch Sozialministerin Stefanie Drese würdigte Christina Hömke als stets gute Ansprechpartnerin für die Politik und dankte für ihre starke Stimme. Der Paritätische MV sei mit seinen vielfältigen Angeboten und seinem kritisch konstruktiven Blick aus der Praxis der sozialen Arbeit ein bedeutsamer und "geschätzter Partner in der Wohlfahrtspflege". So sei etwa das Engagement des Verbands in der Jugendarbeit von herausragender Bedeutung, verdeutlichte die Ministerin. Deren Angebote seien zentraler Teil außerschulischer Bildung im Land. „Umso wichtiger ist es, dass sie allen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zugutekommen – unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem sozialen Status." Auch fänden Menschen mit Behinderungen unter dem Dach des Paritäters zahlreiche Unterstützungsangebote. „Mit seinen Mitgliederorganisationen trägt der Paritätische maßgeblich dazu bei, inklusive Strukturen in Mecklenburg-Vorpommern weiter auszubauen und Menschen, ob mit oder ohne Behinderungen, zusammenzubringen“, so Drese. Die Ministerin kündigte in diesem Zusammenhang eine Gesetzesinitiative des Landes an, mit der die Jugendbeteiligung, Vielfalt und Integration gestärkt werden soll. 

Christina Hömke bedankte sich für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit auf allen Ebenen. „Nach so vielen Jahren gehe ich mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagte sie. Aber ich weiß, dass der Verband mit unserem neuen Geschäftsführer sehr gut aufgestellt ist und bin sicher, dass der Paritätische MV auch zukünftig einen wichtigen Beitrag zur sozialen Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern leisten wird.“

Mit einem symbolischen Schlüssel übergab Hömke die Geschäfte an ihren Nachfolger Dieter Eichler
„Ich freue mich darauf, die Mission fortzusetzen“, sagte Dieter Eichler. „Die Fußstapfen, in die ich trete sind groß. Auch ich werde mich mit starker Stimme für soziale Gerechtigkeit, Teilhabe und eine solidarische Gesellschaft einsetzen und freue mich auf diese Zusammenarbeit mit den Mitgliedsorganisationen und den maßgeblichen Akteuren auf Landesebene.“

Schwerpunkt der Mitgliederversammlung mit rund 130 Gästen aus Politik und Gesellschaft sowie Mitgliedern des Verbands waren der Bericht des Vorstands zu  aktuellen Herausforderungen in der sozialen Arbeit durch Fachkräftemangel, explodierender Kosten und Finanzierungssorgen im Sozialsektor, sowie Ehrungen und Projektvorstellungen. 

Projektvorstellung aus den Reihen unserer Mitgliedsorganisationen

Die Projektarbeit ist eine der wesentlichen Aufgaben unter dem Dach des Paritätischen MV. Sie ermöglicht zum Beispiel Orte der Begegnung für Menschen aller Altersklassen. Viele dieser Anlaufstellen werden aus Projektmitteln finanziert, die aber zeitlich begrenzt sind. Dabei sind sie so wichtig für die Teilhabe an der Gesellschaft, da sie Gemeinschaft und Zusammenhalt stärken.

Der Geschäftsführer des ASB Regionalverband Mecklenburgische Seenplatte, Frank Brehe, stellte das neue Projekt "Netzwerk 60plus". Das auf fünf Jahre durch Bundesmittel geförderte Projekt soll zu mehr Teilhabe älterer Menschen beitragen, neue Perspektiven, erschließen und kommunale Teilhabestrukturen unterstützen.

Der Verein Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) in Wismar betreibt seit einigen Jahren einen Frauentreff für Geflüchtete mit dem Schwerpunkt "Empowerment". Auch ein offener Freizeittreff für Kinder und Jugendliche, die aus der Ukraine geflüchtet sind konnte im vergangenen Jahr initiiert werden. Dieses Engagement ist wichtig für die Integration der Zugewanderten und den Zusammenhalt der Gesellschaft. Tina Borgwarth hat das Projekt vorgestellt.

Wir bedanken uns für die Einblicke in die Projekte und wünschen weiterhin viel Erfolg!

Ehrenurkunde für langjährig engagierte Ehrenamtliche
Das Ehrenamt ist eine wichtige Stütze unserer Gesellschaft. 4.938 Ehrenamtliche sind in den Vereinen unter dem Dach des Paritätischen Mecklenburg-Vorpommern aktiv. Eine beeindruckende Zahl! Die Ehrenkommission des Paritätischen MV hatte aus den insgesamt 16 eingereichten Vorschlägen (nach den Kriterien der Ehrenordnung) der Mitgliedsorganisationen zehn langjährig engagierte Ehrenamtliche ausgewählt. Mit der Verleihung der Ehrenurkunde des Paritätischen MV möchten wir den Einsatz für außergewöhnliches Engagement würdigen.Sie wurden mit der Ehrenurkunde geehrt. Von den zehn Ehrenamtlichen konnten nur drei an der Mitgliederversammlung teilnehmen. 

Mit der Ehrenurkunde des Paritätischen MV wurden ausgezeichnet:

Erika Godenrath, Sozialverband Deutschland Landesverband Mecklenburg-Vorpommern in Hagenow

Wolfgang Blasko, Sozialverband VdK Mecklenburg-Vorpommern in Sternberg

Gunnar Müller, Verein für Behinderten- und Rehasport MV 

Ulrich Nehls, Sozialverband Deutschland Landesverband Mecklenburg-Vorpommern in Grimmen

Ilse Hertwig, Behindertenverband Stralsund

Karin Braun, Albert Schweitzer Familienwerk in Wolgast

Sabine Trilck, Helga Beckmann und Helmut Wulsch vom Sozialverband Deutschland Kreisverband Schwerin

Horst Gollatz, bsj Zerum / Ueckermünde