Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern hatte sich am Mittwoch gemeinsam mit den Initiatoren des Kita-Volksbegehrens über die weitere Entwicklung der Kitas verständigt. An den Gesprächen beteiligt waren außerdem der Landkreistag, der Städte- und Gemeindetag, die Gewerkschaften GEW und ver.di, der Kita-Landeselternrat sowie die LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege.
„Wir begrüßen alle Maßnahmen, die die Qualität in unseren Kitas und damit die Betreuungsbedingungen für Kinder und Erzieher*innen verbessern“, sagt Henrike Regenstein, Vorsitzende der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege MV e. V. „Nun kommt es darauf an, den Zukunftsplan verlässlich, gemeinsam umzusetzen. Dafür sind alle Beteiligten in der Verantwortung um die KITA-Landschaft in M-V zukunftssicher zu gestalten.“
Der von der Landesregierung, der GEW und dem Landeselternrat-Kita ausgehandelte „Zukunftsplan Kita“ sei angesichts des demografischen Veränderungsprozesse für die Kindertageseinrichtungen ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Wir unterstützen die vereinbarte und angestrebte Verbesserung der Fachkraft-Kind-Relation. Zugleich brauchen die Träger verlässliche regionale Planungen“, erklärt Henrike Regenstein. „Im Mittelpunkt steht nicht die pauschale Sicherung jedes Platzes, sondern der verantwortungsvolle Umgang mit Fachkräften, Arbeitsplätzen und den erheblichen Investitionen in die Kita-Infrastruktur.“ Entscheidend sei nun die konkrete Umsetzung vor Ort. „Der Zukunftsplan Kita muss nun zügig umgesetzt werden und die Praxis erreichen, sonst gehen uns wertvolle Fachkräfte verloren“, betont Henrike Regenstein. „Gleichzeitig brauchen die Kita-Träger Planungssicherheit. In den vergangenen Jahren haben sie in Gebäude, Ausstattung und pädagogische Konzepte investiert, um moderne Standards zu erfüllen.“
Die LIGA appelliert daher an die Landesregierung und die Kommunen, gemeinsam in transparenten und konstruktiven Gesprächen tragfähige Perspektiven für Fachkräfte und Kita Träger zu entwickeln.
Das ist der Zukunftsplan Kita:
Die regionalen Runden Tische sollen ab Juni 2026 in allen sechs Landkreisen und den beiden kreisfreien Städten starten. Dort sollen Landkreise, Städte und Gemeinden, Kita-Träger, Gewerkschaften, Elternvertretungen und Landesregierung gemeinsam beraten, wie die Kitaplanung vor Ort weiterentwickelt und Beschäftigungsperspektiven für Fachkräfte gesichert werden können.
Der so genannte Zukunftspakt Kita soll am 1. Januar 2027 starten und fünf Jahre laufen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Evaluation des Landesrahmenvertrages, die qualitative Weiterentwicklung des Kita-Systems, die Folgen der demografischen Entwicklung und mögliche weitere Qualitätsstufen ab 2030.
Die schrittweisen geplanten Verbesserungen im Detail:
- Ab 1. Januar 2027: In Krippen betreut eine Fachkraft 5 statt bisher 6 Kinder.
- Ab 1. August 2027: Im Hort verbessert sich der Betreuungsschlüssel von 1:22 auf 1:21.
- Ab 1. Januar 2028: Im Kindergarten wird der Schlüssel auf 1:13 abgesenkt.
- Ab 1. Januar 2029: Im Hort wird das Betreuungsverhältnis weiter auf 1:20 verbessert
Bewertung des Paritätischen MV
Der Paritätische MV bekräftigt, dass das Ergebnis ein Schritt in die richtige Richtung ist, allerdings bleibt es deutlich hinter den Erwartungen vieler Eltern, Fachkräfte und Unterstützer zurück. Lediglich der erste Verbesserungsschritt für 2027 ist verbindlich vereinbart worden. Alle weiteren angekündigten Verbesserungen sind lediglich politische Absichtserklärungen und stehen unter Finanzierungsvorbehalt.
Die gemeinsame Erklärung finden Sie hier.