Koalitionsgespräche: Wer es ehrlich meint mit der Bildung unserer Kinder, muss für mehr Personal in Kitas sorgen!

Mit Blick auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen von SPD und DIE LINKE für den Bereich Soziales, appellieren die Wohlfahrtsverbände an das Versprechen der Politiker, gemeinsam eine Lösung für mehr Personal und damit mehr Qualität in den Kitas zu suchen.

„Wir möchten an das Versprechen der SPD im Regierungsprogramm 2021 bis 2026 erinnern, gemeinsam mit den Trägern und Kommunen einen landesweit einheitlichen gesetzlichen Mindestpersonalschlüssel zu schaffen und schrittweise zu erhöhen“, appelliert Steffen Feldmann, Vorsitzender der LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspfleg in Mecklenburg-Vorpommern, an die zukünftigen Regierungsparteien. Das schaffe bessere Bedingungen für das Personal und auch für die Kinder.

Seit knapp zwei Jahren verhandeln Verantwortliche aus Wohlfahrtverbänden und Kommunen einen Landesrahmenvertrag Kindertagesförderung (KiföG) zur Verbesserung der Qualität in Kitas. Mit drei konkreten Forderungen hatte die Verhandlungsgruppe bereits im August an die verantwortlichen Parteien im Land appelliert, mit ausreichend personellen und finanziellen Ressourcen die Arbeits- und Förderbedingungen in Kitas zu verbessern. „Im Rahmen eines Parlamentarischen Frühstücks mit Vertreterinnen und Vertretern von SPD, DIE LINKE, CDU, FDP und Grünen konnten wir die Bedarfe anhand von Praxisbeispielen eindrücklich schildern“, erinnert Feldmann. „Alle, insbesondere auch der Koalitionspartner DIE LINKE, waren betroffen von den tatsächlichen Bedingungen in den Kitas und versprachen, sie zu verbessern. Nun ist es an der Zeit, Verantwortung zu übernehmen und entsprechend zu handeln.“

Es ist bereits der dritte Anlauf, den gesetzlichen Auftrag zu erfüllen, einen Landesrahmenvertrag zu verhandeln. „Einen konkreten Personalschlüssel im Landesrahmenvertrag zu einen, ist aber nicht möglich“, sagt Feldmann, „weil sich die Verhandlungspartner durch das KiföG ermächtigt sehen, die Personalausstattung weiterhin einseitig festzulegen und in der Höhe zu deckeln.“

Der Grundstein einer Bildungskarriere wird im jungen Alter gelegt. Qualifiziertes und ausreichendes Personal ist daher der Schlüssel für eine gute individuelle Entwicklungsförderung in der frühkindlichen Bildung. Doch 96 Prozent aller Kinder in Mecklenburg-Vorpommern werden nach der aktuellen Bertelsmann-Studie von zu wenig Personal und damit nicht kindgerecht betreut.

„Die Investition in frühkindliche Bildung durch ausreichend Personal muss oberste Priorität haben“, fordert er. „Nur durch die gesetzliche Verankerung einer landesweit einheitlichen Mindestpersonalausstattung kann dies realisiert werden.“ Es gebe nicht nur einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz, sondern auch einen Rechtsanspruch auf individuelle Förderung für das Kind. „Mit unserer Personalausstattung in MV ist das nicht möglich“, kritisiert er.

Um landesweit gleichwertige Lebensverhältnisse und Bildungsangebote in unseren Kitas zu garantieren, bedarf es klarer gesetzliche Vorgaben. „SPD und DIE LINKE haben ihre Stimmen bei der Wahl auch für die soziale Gerechtigkeit erhalten. Wir erwarten jetzt, dass sie sich an ihr Versprechen halten.

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Mathias Thees
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