Umfrageergebnis zu Klimaanpassungen in sozialen Einrichtungen und Diensten

Mehr als 52 Prozent der Befragten einer Umfrage in der Paritätischen Mitgliedschaft durch den Gesamtverband machen sich große Sorgen hinsichtlich der Auswirkungen von Extremwetterereignissen auf ihre Einrichtungen und Dienste. Die meisten Einrichtungen leiden bereits unter den Folgen, wie etwa erhöhte Arbeitsbelastung und infrastrukturelle Schäden.

Während die Mehrheit zwar aktiv wird, fehlt es vielen an notwendigen Strategien und Ressourcen zur Anpassung an die Klimawandelfolgen. Dringend gefordert sind finanzielle Mittel, technische Unterstützung und personelle Ressourcen, um die Gesundheit und den Schutz der Klient*innen und Mitarbeitenden auch in Zukunft sicherzustellen. 

Insgesamt haben 710 Personen den Fragebogen zur Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen und Diensten ausgefüllt. Ziel war es, ein umfassendes Bild darüber zu erhalten, wie diese Einrichtungen mit den Herausforderungen des Klimawandels umgehen, welche Maßnahmen bereits umgesetzt wurden und welche Unterstützung erforderlich ist, um die Resilienz gegenüber Extremwetterereignissen und anderen klimabedingten Herausforderungen zu stärken.

Einschränkungen im betrieblichen Ablauf
Aus den offenen Antworten wird deutlich, dass geplante Veranstaltungen aufgrund von Extremwetterereignissen in den Einrichtungen abgesagt werden mussten und die Zahl der Besucher*innen zurückging. Insbesondere bei starker Hitze konnten Termine mit Klient*innen nicht wahrgenommen werden, da Beratungen z. B. für Schwangere und Menschen mit verringerter Belastbarkeit bei sehr hohen Temperaturen für diese Personengruppen nicht zu ertragen sind. 

Zudem berichten Schulen, dass der Unterricht bei hohen Temperaturen kaum durchführbar ist, und Kitas konnten ihre Räumlichkeiten nicht uneingeschränkt nutzen. Eine Einrichtung verwies auf die Gefahr von Dachlawinen im Winter, was das Spielen im Innenhof unmöglich macht. Die Unzuverlässigkeit des öffentlichen Nahverkehrs aufgrund von Extremwetter führt außerdem dazu, dass Einrichtungen vermehrt auf Autos zurückgreifen müssen.

Forderung nach finanzieller und personeller Unterstützung
Obwohl 71,6 Prozent der Einrichtungen bereits Maßnahmen zur Klimaanpassung ergriffen haben, geben nur 29 Prozent an, über Strategien oder Konzepte zur weiteren Anpassung an den Klimawandel zu verfügen. Dies verdeutlicht, dass es bereits großen Handlungsbedarf gibt, Maßnahmen aber häufig noch unsystematisch und punktuell umgesetzt werden. Um Klimaanpassung ganzheitlich und systematisch angehen zu können, fordern 83,4 Prozent der Befragten finanzielle Mittel, 61,3 Prozent technische Beratung und Planungshilfe und 52,3 Prozent personelle Ressourcen für den Bereich Klimaanpassung. 

Die Umfrage verdeutlicht, dass soziale Einrichtungen und Dienste in Deutschland stark von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Die hohe Arbeitsbelastung, infrastrukturelle Schäden und der Rückgang der Besucher*innenzahlen sind nur einige der Herausforderungen, denen sich diese Organisationen gegenübersehen. Es besteht ein dringender Handlungsbedarf, um effektive Anpassungsstrategien zu entwickeln und die notwendige Unterstützung bereitzustellen. Die Ergebnisse machen deutlich, dass finanzielle Mittel, technische Beratung und personelle Ressourcen dringend benötigt werden, um sich den klimatischen Veränderungen anzupassen und die Mitarbeitenden sowie Klient*innen vor Extremwetterereignissen zu schützen.

Veranstaltungstipp:
Am 20. November 2024 lädt der Paritätische Gesamtverband von 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr zur Auftaktveranstaltung: Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen und Diensten. Die Veranstaltung wird online durchgeführt.

Hier geht es zur Anmeldung. 

Quelle: Gesamtverband