Impfteams stehen für Booster-Impfungen in der Pflege bereit

Nachdem in stationären Pflegeeinrichtungen zunächst primär niedergelassene Ärzt*innen zum Einsatz kommen sollten, bringen nun verstärkt Impfteams in den Landkreisen und kreisfreien Städten Unterstützung bei Booster-Impfungen.

STIKO-Empfehlung zur Booster-Impfung
Bereits im August hatten die Gesundheitsminister*nnen der Bundesländer das Angebot für Auffrischungsimpfungen für pflegebedürftige und hochbetagte Menschen auf den Weg gebracht und entsprechende Strukturen geschaffen. Adressiert wurden dabei insbesondere Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen im Bereich Pflege und EGH und deren Personal.Seit September werden bundesweit Booster-Impfungen durchgeführt. Diese Maßnahmen wurden bereits im Vorfeld einer entsprechenden Empfehlung der Ständigen Impfkommission getroffen, was teilweise zu Skepsis führte.

Mit  der 12. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung vom 18. Oktober 2021 liegt nun die erwartete Empfehlung zur Auffrischimpfung durch die STIKO vor. Demnach werden Auffrischungsimpfungen mit einem Abstand von mindestens sechs Monaten zur zweiten Impfung insbesondere für folgende Personangruppen empfohlen:

  • Personen ab 70 Jahren
  • Bewohner*innen und Betreute in Pflegeeinrichtungen (auch unter 70 Jahren)
  • Pflegepersonal und andere Tätige mit direktem Kontakt zu Pflegebedürftigen und Menschen mit erhöhtem Risiko für schwere Covid-19-Verläufe haben
  • Personal in medizinischen Einrichtungen mit direktem Patient*innenkontakt
  • Personen mit Immundefizienz

Umsetzung der Auffrischungsimpfungen in Pflegeeinrichtungen: Bei Bedarf mit mobilen Impfteams
Während bei Einführung der Covid-Impfkampagne zum Jahreswechsel 2020/21 Hausärzt*innen für die Impfungen noch nicht eingestzt wurden und in stationären Pflegeeinrichtungen ausschließlich Impfteams zum Einsatz kamen, wurde für die Auffrischungsimpfungen zunächst primär auf die niedergelassenen Ärzt*innen gesetzt. Dabei erfolgte die Umsetzung in den Landkreisen durchaus unterschiedlich, so dass Impfteams teilweise offensiv und teilweise sehr zurückhaltend eingesetzt wurden. Dies soll sich nun ändern: wo Bedarf besteht und keine niedergelassenen Ärzte für die Booster-Impfungen zur Verfügung stehen, sollen nun die mobilen Impfteams konsequent zum Einsatz kommen.

Sozialministerium fordert Überblick zur Umsetzung der Booster-Impfungen von Pflegeeinrichtungen
Hierzu hatte sich das Sozialministerium zunächst Ende August mit einem Aufruf an die stationären Einrichtungen gewandt und die Kontaktdaten der Impfmanager*innen in den Landkreisen mitgeteilt. Nachdem es in den vergangen Wochen zu mehreren Infektions-Ausbrüchen in Pflegeeinrichtungen gekommen war, werden die Booster-Impfungen nun prioritär durch Impfteams unterstützt. Bei den Ausbruchsgeschehen wurde deutlich, dass eine zunehmende Zahl von geimpften Personen infiziert waren. Dies zeigt die nachlassende Wirkung des Impfschutzes im Bezug auf Ansteckungen. Schwere Folgen von Infektionen werden allerdings durch die bereits erfolgten Impfungen deutlich gemildert. Mit den Booster-Impfungen im Vorfeld von Herbst und Winter sollen weitere große Ausbrüche in Pflegeeinrichtungen vermieden werden. Um einen genauen Überblick zur Umsetzung der Booster-Impfungen im stationären Bereich zu erhalten, hat das Sozialministerium alle stationären Pflegeeinrichtungen um konkrete Rückmeldungen zum Umsetzungsstand gebeten. Die Durchführung von Booster-Impfungen wird auch entscheidend für den Umfang sonstiger Schutzmaßnahmen sein, die in der Pflege und Soziales Corona-VO verschärft werden könnten.

Rückmeldung bis 27. Oktober!
Die Meldung der stationären Pflegeinrichtungen soll bis zum 27. Oktober an folgende zentrale Adresse erfolgen: impfen-corona@wm.mv-regierung.de 

Fächendeckende Impfung von Pflegekräften empfohlen
Im Zuge der Kampagne zur Auffrischungsimpfung soll auch möglichst viel Personal in den Pflege- und Gesundheitsberufen erreicht werden, sofern individuell bislang keine Impfung erfolgt ist. Die flächendeckende Impfung der Beschäftigten in den Pflegeberufen wird als eine entscheidende Voraussetzung gesehen, um intensive Ausbruchsgeschehen zu vermeiden und die Folgen von Infektionen möglichst gering zu halten.