Gedenkveranstaltung: ERINNERN, BETRAUERN, WACHRÜTTELN!

Die landesweite Gedenkveranstaltung für die Opfer der NS "Euthanasie" und Zwangssterilisierung in Mecklenburg-Vorpommern 1933-1945 findet am 27. Januar 2020 in Güstrow statt.

Mit der landesweiten Gedenkveranstaltung wird seit 2010 auf Initiative des Landesverbandes Sozialpsychiatrie M-V, gemeinsam mit Vertretern der Angehörigen und der Psychiatrieerfahrenen, am offiziellen „Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus“, dem 27. Januar in Mecklenburg-Vorpommern der Opfer der „Euthanasie“ und Zwangssterilisationen in der NS-Zeit gedacht.

Für die Psychiatrie in Deutschland ist die Zeit des Nationalsozialismus bis heute noch ein stellenweise tabuisiertes, zugleich aber wohl ihr dunkelstes Kapitel: Mehr als 300.000 Menschen – Kinder und Erwachsene – wurden auf Grund ihrer psychischen und/oder geistigen Beeinträchtigung systematisch ermordet. Mehr als 400.000 Menschen wurden zwangssterilisiert. Die seelischen Verwundungen und Stigmatisierungen reichen bis in die heutige Zeit hinein. 

Mehr als 2.200 Menschen waren in Mecklenburg von der NS-„Euthanasie“ betroffen. Mindestens 5.000 Menschen wurden im Zuge der Erbgesundheitsgesetze in Mecklenburg zwangssterilisiert. Der Ort des Gedenkens wird in 2020 erstmalig die Stadt Güstrow sein. Die Opfergruppe der Menschen mit psychischen oder anderen Erkrankungen, geistigen und körperlichen Behinderungen, die im Rahmen der Erbgesundheitsgesetze und der T4-Aktionen in der Zeit des Nationalsozialismus umgebracht oder dauerhaft geschädigt wurden, kamen nicht nur aus psychiatrischen Kliniken, sondern auch Alten- und Pfl egeheime, Gefängnisse, auch Kinderheime und Fürsorgeeinrichtungen beteiligten sich an diesen unfassbaren Taten.

Unterstützt wird die Veranstaltung durch Pastor Höser und die Domgemeinde Güstrow, die Freie Schule, die Diakonie Güstrow, die Stadt Güstrow und das Landkreisamt und viele weitere Akteure. Der Landesverband Sozialpsychiatrie M-V und seine Mitveranstalter setzen sich dafür ein, die besonderen Belange von Menschen mit psychischer Behinderung im geschichtlichen Kontext von Ausgrenzung bis hin zur Vernichtung immer wieder neu zu sensibilisieren und wachsam zu bleiben.

Weiterführende Informationen mit Programm und Lageplan finden Sie auf: www.sozialpsychiatrie-mv.de

Ansprechpartner*in für Rückfragen und Anmeldung:
Sandra Rieck – Vorsitzende des Landesverbandes Sozialpsychiatrie M-V
Email: rieck@das-boot-wismar.de

Andreas Zobel – Diakonie Güstrow e.V.
Email: andreas.zobel@diakonie-guestrow.de