Digitalisierung in Kindertageseinrichtungen

190 Kindertageseinrichtungen in Deutschland haben Auskunft über den aktuellen Stand von Digitalisierung und ihre Perspektive auf diesen Veränderungsprozess gegeben.

Die wichtigsten Ergebnisse der Erhebung von Prof. Helen Knauf: 

#1 In den Gruppenräumen der Kindertageseinrichtungen sind Computer noch immer selten. In fast allen Kindertageseinrichtungen gibt es heute eine Grundausstattung mit Computern und Internetanschluss. Diese befinden sich meist an zentraler Stelle, in der Regel im Büro der Kitaleitung. In nur zehn Prozent der Einrichtungen stehen Computer in den Gruppenräumen. Die einzigen digitalen Geräte in den Gruppen sind oftmals Fotoapparate.

#2 Zwei Drittel der Befragten bewerten die Ausstattung mit digitalen Geräten als unzureichend. 67 Prozent der Befragten beurteilen Quantität und Qualität der digitalen Ausstattung in ihrer Einrichtung als nicht angemessen.

#3 In den meisten Einrichtungen sind die Computer nicht für die Kinder zugänglich.In 59 Prozent der Einrichtungen sind für die Kinder keine Computer zugänglich. Dürfen Kinder Computer nutzen, dann am häufigsten für die gezielte Übung einzelner Kompetenzen (z. B. Sprache oder Mengenver-ständnis), altersangemessene Spiele und Recherchen im Internet.

#4 Hinsichtlich des Nutzens digitaler Geräte für Kinder sind die Befragten in zwei Lager gespalten. In einem der Lager – dem größeren – wird der Computer als Teil der kindlichen Lebenswelt gesehen; entsprechend sei es Aufgabe von Kindertageseinrichtungen, sich mit digitalen Medien zu befassen. Das andere Lager sieht die Kindertageseinrichtung hingegen als einen Ort, an dem Kinder vor digitalen Geräten geschützt werden sollten.

#5 Die deutliche Mehrheit der befragten Fachkräfte (82 Prozent) gibt an, dass ihnen die Arbeit mit digitalen Medien Spaß macht. Es zeigt sich eine grundsätzlich positive Haltung gegenüber der Technik. Diese bedingt jedoch nicht automatisch eine intensive Nutzung digitaler Medien.

#6 Das Internet ist für die meisten Befragten die wichtigste Informationsquelle zur Vorbereitung ihrer pädagogischen Arbeit.Für die Recherche ist das Internet für viele Fachkräfte die erste Anlaufstelle. Zeitschriften und Blogs sowie die E-Mail-Newsletter von Verlagen, Weiterbildungsanbietern und spezifischen Websites werden von vielen Fachkräften intensiv zur Information genutzt.

#7 Für Bildungsdokumentation und Diagnostik werden in der Regel Vordrucke und Formulare genutzt.Für die Bildungsdokumentation werden von über der Hälfte der Befragten Textverarbeitungsprogramme am Computer verwendet. Digitalisierte Varianten der Dokumentation oder der Diagnostik in Form von Apps spielen hingegen fast keine Rolle.

#8 Die pädagogischen Fachkräfte kommunizieren mit Eltern fast ausschließlich über analoge Kanäle: über Aushänge, Briefe und Telefonate.Von den Befragten nutzen nur neun Prozent häufig E-Mails für die Kommunikation mit den Eltern; 22 Prozent nutzen die eigene Website. Ein Teil der Befragten würde gerne stärker über E-Mails kommunizieren; dies ist aber aus technischen oder praktischen Gründen schwierig. Ein anderer Teil der Befragten ist zufrieden mit den derzeitigen analogen Kommunikationskanälen.

Die konkreten  Ergebnisse einer Fragebogenerhebung finden Sie hier.