Der Paritätische fordert Hilfspaket für Vereine in Sozialbranche

In einem Schreiben an die Minister*innen Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit, Soziales, Integration und Gleichstellung sowie Finanzen appelliert der Paritätische Mecklenburg-Vorpommern e.V., Hilfsangebote für den sozialen Bereich einzurichten, um die soziale Daseinsvorsorge zu sichern.

„Auf Landesebene werden vom Wirtschaftsministerium finanzielle Hilfen, Liquiditätsdarlehen und Kurzarbeit mit Qualifizierungsmaßnahmen angeboten. Dazu hat das Land eine Hotline eingerichtet. Entsprechende Hilfen für unsere gemeinnützigen Vereine gibt es dort aber nicht“, sagt Friedrich-Wilhelm Bluschke, Vorsitzender des Paritätischen Mecklenburg-Vorpommern e.V. „Wir wollen den Blick auf die Sozialwirtschaft lenken, die unbedingt funktionsfähig bleiben muss, wenn es um die Versorgung der Menschen aber auch um den Erhalt der sozialen Einrichtungen und Dienste nach der Pandemie geht“, so Bluschke.

Von den Folgen der Corona-Ausbreitung ist neben der Wirtschaft auch die gesamte Wohlfahrtspflege betroffen. Das Problem: Gemeinnützige Vereine dürfen kein Wagniskapital und keine angemessene Ausstattung mit Rücklagen für Personal- und Sachkosten verhandeln. Diese Vereine werden innerhalb kurzer Zeit vor der Zahlungsunfähigkeit stehen. Dies betrifft beispielsweise den ambulanten Bereich der Eingliederungshilfe, die Pflege, die Kinder- und Jugendhilfe, die Gemeindepsychiatrie, die Anbieter von Kinder- und Jugendreisen und viele mehr.

„Wir fordern die Landesregierung auf, schnellstmöglich ein konkretes Hilfsangebot für Leistungserbringer der freien Wohlfahrtspflege zu schaffen, die in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten“, so der Verbandsvorsitzende. „Wir fordern analog zur Hotline für die Wirtschaft eine spezielle Hotline für die Wohlfahrtspflege. Und wir fordern die kurzfristige Einrichtung eines Finanzfonds, aus der Träger der Freien Wohlfahrtspflege mit akuten finanziellen Schwierigkeiten durch die Corona-Pandemie schnell und unbürokratisch Hilfen erhalten können.“

Der Pandemieplan Mecklenburg-Vorpommern spricht von einem zu erwartenden Personalausfall von 35 bis 50 Prozent. Andere Prognosen gehen von weitaus höheren Infektionsquoten aus. Sollte die Landeregierung keine entsprechenden Maßnahmen für die freie Wohlfahrtspflege in Mecklenburg-Vorpommern ergreifen, werden zahlreiche gemeinnützige Träger und ihre Angebote innerhalb kürzester Zeit vor der Zahlungsunfähigkeit stehen. „Das hätte unabsehbare Folgen für die Versorgung der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern, aber auch für den Erhalt der sozialen Einrichtungen und Dienste nach der Pandemie“, so Bluschke.