Appellpapier: Verbesserung der Qualität in Kindertageseinrichtungen

Die LIGA der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in Mecklenburg-Vorpommern, der Städte- und Gemeindetag M-V und der Landkreistag M-V haben das gemeinsame Appellpapier "Verbesserungen der Qualität in Kindertageseinrichtungen fortsetzen" vor Vertretern des Landtages und der Landesregierung vorgestellt. 

Im Rahmen eines Parlamentarischen Frühstückes am 27. August 2021 appellierten die Vertreter der Verhandlungspartner für einen Landesrahmenvertrag KiföG an die Politiker vor Ort, sich für eine dauerhafte Verbesserung der Kita-Qualität einzusetzen und entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen.

Signal an Landespolitik
"Das Appellpapier zeigt klar und konkret die Verbesserungen für die Kindertagesförderung auf. Es zielt darauf ab, die Landeregierung in die Pflicht zu nehmen und ein Signal zu setzen“, sagt Steffen Feldmann, Vorsitzender der LIGA der Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege in MV e.V. und Diözesancaritasdirektor bei Caritas im Norden. „Es ist schon viel passiert, doch noch nicht genug, deshalb unser Engagement und klare Forderung an das Land.“

Es werde dringend eine gesetzlich verankerte und unter Konnexitätsgesichtspunkten auskömmlich finanzierte Mindestpersonalausstattung benötigt, um die Qualität der Kindertagesbetreuung zu sichern, heißt es im Appellpapier. Dafür müsse die Attraktivität des Erzieherberufes erhöht und die Ausbildungssituation verbessert werden. Das Land ist gesetzlich in der Pflicht für die Aus- und Fortbildung der pädagogischen Fachkräfte in der Kindertagesbetreuung. In den kommenden Jahren werden altersbedingt viele Erzieherinnen und Erzieher ausscheiden. Um diese Lücken zu schließen, werde dringend qualifizierter Nachwuchs benötigt. Die Verhandlungspartner fordern daher vom Land die vollständige Finanzierung der praktischen und theoretischen Ausbildung. Darüber hinaus dürften die Auszubildenden nicht auf den Fachkraft-Kind-Schlüssel angerechnet werden. Das reduziere die Zahl der tatsächlich zur Verfügung stehenden Fachkräfte.

Berichte aus der Praxis belegen Handlungsbedarf bei Personal
Untermauert wurden die Forderungen durch Berichte aus der Praxis. Am Ende der etwa zweistündigen Veranstaltung zogen alle Teilnehmenden ein positives Fazit. „Das Thema müssen wir mit Druck nach der Wahl fortführen. Eine Hausaufgabe für alle Parteien“, sagt Sebastian Ehlers, Stadtpräsident der Landeshauptstadt Schwerin und CDU Abgeordneter des Landtages MV. 

Unter den rund 30 Teilnehmenden im historischen Wichernsaal in Schwerin waren neben den Vertreterinnen und Vertretern der LIGA, des Städte- und Gemeinde- sowie Landkreistages MV aus den Reihen der Politik der Staatsekretär aus dem Sozialministerium Nikolais Voss zu Gast, aus dem Landtag MV die SPD-Abgeordnete Nadine Julitz, der CDU-Abgeordnete und Schweriner Stadtpräsident Sebastian Ehlers, Jacqueline Bernhard von der Partei Die Linke sowie der FDP Landesvorsitzende und Spitzenkandidat Rene Domke und die Spitzenkandiatin der Grünen Anne Shepley. 

Die drei Forderungen des Appellpapiers lauten:

  1. Gesetzlich geregelte personelle Ausstattung und Verbesserung der Ausbildungssituation. Forderung an das Land: gesetzliche Verankerung und auskömmliche Finanzierung einer Mindestpersonalausstattung
  2. Gute Arbeitsbedingungen und bessere Bedingungen zur individuellen Förderung. Forderung an das Land: Bereitstellung ausreichender Ressourcen, um Qualitätsstandards erfüllen zu können
  3. Keine Anrechnung der Auszubildenden auf den Personalschlüssel. Forderung an das Land: vollständige Finanzierung der praktischen und theoretischen Ausbildung, da es für die Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher verantwortlich ist

Das detaillierte Appellpapier finden Sie hier.