Schwerpunktthemen sind die Kommunikationskanäle zwischen Kindertagesbetreuung und Eltern sowie die Medienausstattung der Kindertageseinrichtungen und Fortbildungsbedarfe. Wesentliche Ergebnisse sind:
Ein Großteil der befragten Eltern gab an, dass die Kindertagesbetreuung über Briefe und E-Mails Kontakt zur Familie hält. Das gilt sowohl für Eltern, deren Kind aufgrund der Coronapandemie nicht öffentlich betreut wurde (77%), als auch für Eltern, deren Kind zu diesem Zeitpunkt regelmäßig in die Betreuung ging (77%). Insbesondere für Eltern, deren Kind derzeit zu Hause betreut wird, wird die Kommunikation über Briefe und E-Mails zum wichtigsten Kommunikationskanal mit den Einrichtungen oder Tagespflegepersonen.
Entwicklungsgespräche wurden im Herbst 2020 noch größtenteils persönlich geführt, während diese seit Beginn der zweiten Welle etwas häufiger telefonisch abgehalten werden. Dies trifft für Elternabende ebenfalls zu, wobei der Großteil der Einrichtungen seit Dezember 2020 keine Elternabende abgehalten hat und hier eher das virtuelle Format, d. h. die Gestaltung von Elternabenden als Videokonferenz, überwiegt. Informationsabende für Eltern wurden seit Herbst 2020 von nur einem sehr kleinen Teil der Kitas (rund 10%) veranstaltet.
Auch wenn nahezu alle Einrichtungen mit einem Computer, Internetzugang und Telefon ausgestattet sind, so gibt etwa die Hälfte der Leitungen an, zusätzliche Computer oder Laptops zu benötigen. Auch weitere Internetzugangsmöglichkeiten wünschen sich immerhin ein Drittel der Leitungen. Fast die Hälfte der Leitungen benötigt nach eigenen Aussagen Tablets, ohne dass bereits ein Gerät vor Ort zur Verfügung steht. Auch Smartphones oder Videokameras sind in etwa jeder dritten oder vierten Kita nicht vorhanden, obwohl derzeit Bedarf bestünde. Nach Aussagen der befragten Leitungen werden derzeit in etwa einem Drittel der Kitas neue technische Geräte beschafft. Knapp 30% der Kitas fehlen nach Leitungsangaben die finanziellen Mittel dafür. Darüber hinaus werden derzeit jeweils in etwa einem Viertel der Kitas Fortbildungen zum Thema digitale Medien bzw. zum Thema Datenschutz besucht. Im Vergleich zu den geäußerten Schwierigkeiten bei der Gerätebeschaffung (33% mit Angabe „sehr große/große Schwierigkeiten“) äußern deutlich weniger Leitungen (rund 14%) Schwierigkeiten bei der Anwendung von Datenschutzrichtlinien, z. B. hinsichtlich der Weitergabe von Kindervideos.
2. Empfänglichkeit und Infektiosität von Kindern und Erwachsenen bezüglich der SARS CoV 2 Variante B.1.1.7, abgeleitet aus drei Ausbrüchen von Kindertagesstätten und sich daran anschließenden Haushaltssituationen
Bemerkenswerterweise erfolgte die Übertragung bei Kindern wie bei Erwachsenen zu ähnlichen Anteilen. Es kam zu Übertragungen in elf von zwölf Gruppen.
Darüber hinaus wurden durch die Besichtigungen der einzelnen Kindergärten festgestellt, dass der verfügbare Raum und die Art der Belüftung zwischen den Kindergärten unterschiedlich waren und möglicherweise die Aerosolübertragung auch über größere Distanz in unterschiedlichem Maße erleichtert haben.
Neben der Berechnung der allgemeinen sekundären Infektionsrate (SIR) (welche eine große Variabilität zwischen den Kindergärten aufwies), wurde auch die altersspezifische Suszeptibilität für VOC B.1.1.7 analysiert. Mit Ausnahme des ersten Kindergartenausbruchs waren die SIR bei Kindern und Erwachsenen innerhalb der Kindergartenausbrüche ähnlich, was wiederum im Einklang mit den vergleichbaren SIR der Haushaltsausbrüche ist. Dieses Ergebnis könnte auf unter B.1.1.7 ähnliche Suszeptibilität von Erwachsenen und Kindern hinweisen und würde somit einen Unterschied zu den Zeiten vor der Verbreitung der VOC markieren, als Kinder im Vergleich zu Erwachsenen deutlich weniger suszeptibel galten.
Eine Auswertung nach Altersgruppen zeigte nach wie vor sowohl für die Empfänglichkeit als auch für die Infektiosität eine U-förmige Kurve. Dabei sind die SIR für Jugendliche am niedrigsten, aber die SIR für Kinder im Alter von 0–4/5–9 Jahren und Erwachsene relativ hoch und auf ähnlichem Niveau. Die Ergebnisse stimmen gut mit der hier präsentierten Ausbruchsuntersuchung überein.
3. Symptomatik bei SARS CoV 2 Infektionen bei Kita Kindern, Ergebnisse aus CATS und aus COALA
In COALA wird insbesondere Schnupfen zwar bei einem Viertel aller positiv getesteten Kinder angegeben, jedoch auch von mehr als einem Fünftel der negativ getesteten Kinder. Das verdeutlicht, dass das häufigste SARS-CoV-2-Symptom bei Kindern bei COALA – Schnupfen – aufgrund mangelhafter Spezifität nur schwer als Indikator für eine SARS-CoV-2-Infektion herangezogen werden kann, jedoch gleichzeitig aufgrund der Häufigkeit der Angabe bei positiv getesteten Kindern nicht außer Acht gelassen werden darf.
4. Ergebnisse zu den derzeitigen Betreuungskapazitäten anhand des KiTa Registers
Nachdem im letzten Monatsbericht April 2021 noch eine deutschlandweite durchschnittliche Auslastung von 67% für die KW 15 (12.04.–18.04.2021) gemeldet wurde, ist diese in den darauffolgenden Wochen zunächst leicht abgesunken. Eine Trendwende zeichnet sich hier erst in KW 19 (10.05.–16.05.2021) ab, in der 66% der vor der Pandemie betreuten Kinder wieder eine Kindertageseinrichtung besuchten. Anschließend stieg die Inanspruchnahmequote dann kontinuierlich auf 72% in KW 21 (25.05.-30.05.21) an. Dabei ist zudem eine leichte Abnahme der Varianz zwischen den Bundesländern zu beobachten.
Ende Mai 2021 konnten 76% der pädagogisch Beschäftigten unmittelbar im Kontakt mit Kindern eingesetzt werden, während 19% des Personals nicht oder nur mittelbar arbeiten konnte.
Niels Espernhorst, Paritäischer Gesamtverband
Die gesamte Studie finden Sie unter:
file:///C:/Users/IKaiser/AppData/Local/Temp/Corona_KiTa_4.Quartalsbericht_II_2021.pdf