Der BFD entstand nach der Aussetzung der Wehrpflicht und dem Ende des Zivildienstes. In den vergangenen 15 Jahren hat er sich zu einem wichtigen Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenhalts entwickelt. Freiwillige engagieren sich in sozialen Einrichtungen, der Kinder- und Jugendhilfe, der Behindertenhilfe, in Seniorenangeboten, Umweltprojekten oder kulturellen Einrichtungen. Sie unterstützen Menschen im Alltag und leisten einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft.
Bundesfreiwilligendienst beim Paritätischen MV
Der Paritätische Mecklenburg-Vorpommern begleitet und organisiert den Bundesfreiwilligendienst und bietet zahlreiche Einsatzmöglichkeiten bei seinen Mitgliedsorganisationen im ganzen Land. Freiwillige können ihren Dienst unter anderem in Kindertagesstätten, Schulen, Horten, Einrichtungen der Behindertenhilfe, Seniorenangeboten oder Jugendfreizeiteinrichtungen absolvieren.
Dabei profitieren sie von einer fachlichen Begleitung, regelmäßigen Bildungsseminaren und einer engen Unterstützung durch den Paritätischen MV sowie die jeweiligen Einsatzstellen. Die Verbindung von praktischem Engagement und pädagogischer Begleitung gehört zu den wesentlichen Stärken des Freiwilligendienstes.
Warum lohnt sich ein BFD?
Für viele Menschen bietet der Bundesfreiwilligendienst eine wertvolle Orientierung für den weiteren Lebensweg. Freiwillige erhalten Einblicke in soziale und gesellschaftlich relevante Berufsfelder, sammeln praktische Erfahrungen und können die Zeit bis zu Ausbildung oder Studium sinnvoll nutzen. Nicht selten wird der BFD zum Einstieg in eine spätere berufliche Tätigkeit.
Darüber hinaus stärkt der Freiwilligendienst wichtige persönliche Kompetenzen wie Verantwortungsbewusstsein, Teamfähigkeit, Kommunikationsstärke, Selbstständigkeit und soziale Kompetenz. Gleichzeitig erleben Freiwillige unmittelbar, wie wertvoll ihr Engagement für andere Menschen ist.
Ein besonderes Merkmal des BFD ist seine Offenheit für alle Altersgruppen. Neben Schulabgängerinnen und Schulabgängern nutzen auch Erwachsene den Dienst zur beruflichen Neuorientierung, nach einer Familienphase oder als Möglichkeit, sich nach dem Berufsleben weiterhin aktiv einzubringen.
15 Jahre BFD - Wie geht es weiter?
Die vergangenen 15 Jahre zeigen deutlich: Freiwilligendienste stärken nicht nur einzelne Menschen, sondern fördern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die demokratische Teilhabe. Mit den Plänen der Bundesregierung, den BFD gemeinsam mit einem neuen Zivildienst unter dem Dach eines geplanten Bundesgesellschaftsdienstegesetzes zusammenzuführen, stehen weitreichende und in ihren Auswirkungen noch nicht absehbare Veränderungen für die gesamte Freiwilligendienstlandschaft im Raum.
Der Paritätische Gesamtverband sieht in den aktuellen Überlegungen die Chance, die Freiwilligendienste zukunftsfähig weiterzuentwickeln, vorausgesetzt, die Erfahrungen der zivilgesellschaftlichen Akteur*innen fließen konsequent in die Gesetzgebung ein und die bewährten zivilgesellschaftlichen Strukturen werden gestärkt statt geschwächt. Denn Freiwilligendienste leisten bereits heute einen zentralen Beitrag zur Stärkung der Resilienz des Landes, indem sie gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern, demokratisches Engagement stärken und soziale Infrastruktur vor Ort unterstützen. Sie sind ein Gewinn hoch drei: für die Freiwilligen, die Menschen in den Einrichtungen und die Gesellschaft als Ganzes.
Mit einer Reform müssten daher über den BFD hinaus auch die Jugendfreiwilligendienste (FSJ, FÖJ und IJFD) parallel gestärkt werden. Dabei ist eine abgestimmte Betrachtung aller Freiwilligendienste auf Bundes- und Länderebene erforderlich.
Der Paritätische Gesamtverband fordert daher, dass sich Freiwilligendienste und ein neuer Zivildienst sinnvoll ergänzen, ohne bewährte Strukturen zu verdrängen, und dass attraktive, gleichberechtigte und zugängliche Engagementmöglichkeiten für alle Freiwilligendienstformate erhalten bleiben. Die Attraktivität der Freiwilligendienste beruht auf einer breiten Vielfalt an Einsatzfeldern, Trägern und Zielgruppen, die auch im neuen Rechtsrahmen gesichert werden muss.
Ein zentraler Baustein dafür ist die pädagogische Begleitung: Qualifizierte Bildungs- und Unterstützungsangebote sind ein Kern der Freiwilligendienste und entscheidend für deren Qualität und Wirkung. Sie erfordern dauerhaft auskömmliche und verlässliche Fördermittel sowie stabile hauptamtliche Strukturen.
Fazit: Das Jubiläum des BFD ist Anlass zur Würdigung seiner Entwicklung. Die geplante gesetzliche Neuregelung bietet zugleich die Chance, die Freiwilligendienste insgesamt zu stärken, sofern politische Entscheidungen konsequent an den praktischen Erfahrungen ausgerichtet werden und Eigenständigkeit sowie Vielfalt der Dienste erhalten bleiben. Dabei ist sicherzustellen, dass Freiwilligendienste nicht durch eine einseitige Aufwertung staatlich organisierter Dienste an Attraktivität verlieren oder verdrängt werden.
Freie Plätze ab September 2026
Wer sich für einen Bundesfreiwilligendienst interessiert, hat aktuell gute Chancen auf einen Einstieg: Unter dem Dach des Paritätischen Mecklenburg-Vorpommern stehen vom 1. September 2026 an noch freie BFD-Plätze in zahlreichen Einrichtungen und Einsatzbereichen zur Verfügung.
Weitere Informationen finden Interessierte auf unserer Website im Bereich Freiwilligendienste.