Paritätische Studie belegt: Arme Kinder werden immer ärmer

Die soziale Kluft zwischen armen und reichen Familien wird immer größer. Das belegt eine neue Studie der Forschungsstelle des Paritätischen Gesamtverbandes, die heute in Berlin veröffentlicht wurde.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband geht darin der Frage nach, wie viel Geld Familien mit Kindern zur Verfügung steht und was sie für die physischen und sozialen Grundbedarfe der Teilhabe ausgeben.

„Arme Kinder werden immer ärmer und damit immer weiter abgehängt“,  sagt Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes. „Während die breite Mehrheit sich immer mehr leisten kann, sind arme Kinder zunehmend außen vor.“ Mecklenburg-Vorpommern liegt mit einer Armutsquote von 20,9 Prozent bundesweit auf dem zweiten Platz hinter Bremen (22,7 Prozent), so die aktuellen Angaben des Statischen Bundesamtes. Alleinerziehende und ihre Kinder weisen deutschlandweit mit über 40 Prozent das höchste Armutsrisiko auf. In Mecklenburg-Vorpommern sind sogar 56,9 Prozent der Personen in Alleinerziehenden-Haushalten von Armut bedroht.

„Mit Blick auf die spezielle Situation der Kinder zeigen sich deutliche Defizite der derzeitigen Grundsicherungs- und Familienpolitik“, sagt Friedrich Wilhelm Bluschke, Vorsitzender des Paritätischen Mecklenburg-Vorpommern. Hier bestehe akuter Handlungsbedarf. „In Armut aufzuwachsen bedeutet nicht nur abgehängt zu sein bei Freunden und in der Schule. Es bedeutet auch akute und langfristige Folgen für die betroffenen Kinder“, so Bluschke. Frust, Resignation, weniger Bildungserfolg und höhere Krankheitsanfälligkeit seien Studien zufolge häufig der Folgen der Einkommensarmut von Familien.  

Die existenzsichernden Leistungen für Kinder und Jugendliche sind fachlich ungenügend ermittelt und im Ergebnis nicht bedarfsdeckend, um Armut und soziale Ausgrenzung zu vermeiden, so das Ergebnis der Studie. Es mangele außerdem an einem einheitlich definierten Existenzminimum, die verschiedenen Rechtsgebiete (Sozial-, Unterhalts- und Steuerpolitik) seien nur unzureichend aufeinander bezogen.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert, das Bildungs- und Teilhabepaket zu ersetzen durch einen Rechtsanspruch auf Teilhabe im Kinder- und Jugendhilfegesetz. Darüber hinaus müsse der Familienlastenausgleich „vom Kopf auf die Füße gestellt“ werden: Der Verband plädiert für die Einführung einer einkommens- und bedarfsorientierten Kindergrundsicherung.

Download der Expertise unter: www.paritaet.org
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Der PARITÄTISCHE Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Im PARITÄTISCHEN Wohlfahrtsverband, Landesverband Mecklenburg-Vorpommern e.V. sind mehr als 200 gemeinnützige Organisationen und Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen. Sie sind in der Kinder,- Jugend- Familien- und Altenhilfe, in der sozialen und psychosozialen Versorgung, in der Behindertenhilfe, der Migrantenhilfe, der Aids-Hilfe, der Drogen- und Suchthilfe, Betreuung und Beratung von Langzeitarbeitslosen, in der Gesundheitsförderung sowie Selbsthilfe und Frei-willigendienste tätig. In den Einrichtungen und Diensten arbeiten ca.17.600 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, diese werden von etwa 5.000 Ehrenamtlichen aktiv unterstützt.

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