Der Paritätische MV: „Teilhabe darf kein Luxus sein, sie ist ein Grundrecht“

Anlässlich des Internationalen Tages der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember appelliert der Paritätische Mecklenburg-Vorpommern an Politik und Verwaltung, die Rechte und Lebensqualität von Menschen mit Behinderungen zu sichern.

 

„Der Aktionstag erinnert uns jedes Jahr daran, wie wichtig gleichberechtigte Teilhabe in allen Bereichen des Lebens ist“, sagt der Geschäftsführer des Paritätischen MV, Dieter Eichler in einer Pressemitteilung des Verbands. Doch steigende Bedarfe, schwindende finanzielle Ressourcen und ein immer weiter wachsender Verwaltungsaufwand stellten das System der Eingliederungshilfe aktuell vor große Herausforderungen. „Die Kosten in der EGH sind massiv gestiegen. Nicht allein wegen der Bedarfe, sondern weil das System zunehmend in Bürokratie erstickt. Aber Teilhabe darf kein Luxus sein, sie ist ein Grundrecht“, mahnt Eichler. 

Das Bundesteilhabegesetz soll Menschen mit Behinderungen mehr Teilhabe, mehr Selbstbestimmung und individuelle Unterstützung ermöglichen. Ziel ist eine möglichst personenzentrierte Hilfe: Der Mensch mit Behinderung steht im Mittelpunkt, seine individuellen Bedürfnisse und Wünsche sollen maßgeblich sein. 

„Wir haben die Sorge, dass ‚personenzentriert‘ eher ein formales Versprechen bleibt als gelebte Realität“, meint Eichler. Die Praxis zeigte: „Statt mehr Zeit für Menschen gibt es immer mehr Formulare.“ Der wachsende Verwaltungsaufwand binde wertvolle finanzielle und personelle Ressourcen. Ressourcen, die an anderer Stelle dringend gebraucht würden. Unter den 7.000 Teilnehmenden der Demo der Sozialverbände gegen Kürzungen u.a. im Bereich der Eingliederungshilfe am 15. Oktober in Schwerin, waren auch viele Menschen mit Behinderungen, um für ihre Rechte einzutreten. Eichler erinnert die Landesregierung daher an ihre Zusage, dass es keine Einschränkungen für Menschen mit Behinderungen geben soll: „Personenzentrierung ist keine Option, sie ist Pflicht“, betont er. 
In Mecklenburg-Vorpommern leben rund 25.000 Menschen mit Behinderungen, die auf Eingliederungshilfe angewiesen sind. „Sie brauchen eine verlässliche und individuelle Unterstützung. Denn es geht um mehr als Versorgung. Es geht um Teilhabe, Respekt und Selbstbestimmung.“ Gerade in schwierigen Zeiten brauche es klare politische Signale: Bürokratie abbauen, Unterstützung sichern, Teilhabe stärken.

Der Paritätische MV fordert die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung auf, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. „Menschen mit Behinderungen gehören mitten in unsere Gesellschaft und nicht an den Rand.“

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Stephanie Böskens
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